Die Energieversorgung in Mitteleuropa sei langfristig gesehen weiterhin eine kritische Frage, da es mehrere Unsicherheitsfaktoren gibt. Zwischen der Ukraine und Russland besteht ab 2020 vorerst noch kein Transitvertrag. Deswegen stellt sich die Frage, wie in den kommenden Jahren die sichere Erdgasversorgung Mitteleuropas aussehen könnte. Für Ungarn sei es wichtig, dass sich vom Süden her neue Lieferwege und Gasressourcen erschließen. Das realste Szenario wäre, dass Kroatien endlich das LNG-Terminal errichtet. Die ungarische Regierung unterbreitet dazu ein Angebot zum Kauf eines Aktienpakets von 25+1% an der LNG-Hafengesellschaft.

Szijjártó habe Kroatien einen Vorschlag zur engeren Zusammenarbeit der Energiemärkte beider Länder unterbreitet, um mit der Integration beider Märkte an der ungarisch-kroatischen Grenze keine Gastransporttarife zahlen zu müssen und einen größeren Gasmarkt mit einheitlichen Preisen zu schaffen. Das würde auch die Verhandlungen mit den Gashändlern deutlich vereinfachen und wäre ein großer Schritt in Richtung Versorgungssicherheit.

Die kroatische Seite zeigte sich offen für diesen Vorschlag; zur Erarbeitung der Details wurde die Aufstellung einer bilateralen Arbeitsgruppe auf Regierungsebene vereinbart. Zudem wollen beide Länder mit großen Energieunternehmen verhandeln, die den LNG-Hafen mit neuen Ressourcen versorgen können; in Frage kämen Unternehmen aus Katar, Algerien und den USA.

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