Besonders eindrucksvoll an der Vorstellung war nicht nur, dass die Schüler das Stück auswendig gelernt und sich mit dem Stoff auseinandergesetzt hatten, sondern auch, dass es den jungen Ungarn gelungen war, das Ganze in fehlerfreiem Deutsch zu präsentieren.

Erarbeitet haben die Schüler das Stück unter der Regie von Ernst Krenn. Auf die Frage, warum er sich ausgerechnet dieses Material ausgesucht habe, antwortete der Pädagoge der Budapester Zeitung: „Das Buch ist zwar nicht aktuell, das Thema aber schon.“ Krenn ist Leiter der Theatergruppe und zugleich der Psychologielehrer der Schule. In seinem Unterricht behandele er gerade die Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick, daher sei das Stück die perfekte Ergänzung gewesen. An einer anderen Schule habe er bereits gute Erfahrungen mit einer ähnlichen Aufführung gemacht.

Wie Krenn erzählt, habe die Vorbereitung für das Stück nachmittags, nach dem Unterricht stattgefunden. „Als Pädagoge war es faszinierend zu sehen, wie sich die Schüler im Verlauf der Proben entwickelt haben und dabei über sich hinausgewachsen sind“, erzählt er. Theater biete einem die Möglichkeit, aus sich herauszukommen, selbstbewusster zu werden und Neues zu lernen. Auch bei seinen Schülern habe er beobachten können, wie sie sich selbst mit der Zeit anders wahrnahmen. Das Theater sei für sie auch eine Sprechübung gewesen, durch die sie gelernt hätten, besser mit der Fremdsprache umzugehen, selbstbewusster aufzutreten und freier zu sprechen. Dies könne ihnen auch bei künftigen Präsentationen nützen.


Kommunikation ist wichtig

In dem Theaterstück ging es darum, wie Menschen aneinander vorbeireden und sich dadurch unbewusst selbst unglücklich machen. In kurzen Geschichten zeigten die Schüler, welche Auswirkungen fehlende und fehlerhafte Kommunikation haben kann. Auch bei der Vorbereitung der Aufführung habe Kommunikation eine große Rolle gespielt, erzählt Ernst Krenn. Die Jugendlichen hätten eng zusammenarbeiten müssen. „Sie haben sich gegenseitig geholfen, miteinander diskutiert und besprochen, wie man das Stück spielen sollte“, so der Pädagoge.

Wichtig sei auch die Kommunikation zwischen den Schauspielern und dem Publikum gewesen: Die Schüler schafften es, den Zuschauern an den richtigen Stellen ein paar Lacher zu entlocken und die Botschaft des Stücks zu vermitteln. Dafür ernteten die Jugendlichen und auch ihr Regisseur großen Applaus. Am Ende überreichten die Schüler Ernst Krenn als Dankeschön einen Blumenstrauß. Direktorin Margot Wieser überreichte zudem jedem Mitwirkenden eine Blume.

Sie saß während der Aufführung in der ersten Reihe und war begeistert von dem Theaterstück. Seit zwei Jahren ist sie Direktorin der Österreichischen Schule. „Ich bin froh, dass dieses Jahr wieder eine Theatergruppe zustande kam und wir mit Herrn Krenn einen Lehrer gefunden haben, der das Projekt in die Hand genommen hat“, sagte sie nach der Vorstellung der Budapester Zeitung. Sie selbst wisse, dass es Überwindung kostet, sich auf die Bühne zu stellen, und dass man dabei nervös ist. „Aber es ist eine tolle Erfahrung für die Schüler und ein Erlebnis, dass sie noch ihren Enkeln erzählen werden.“ Ginge es nach ihr, dann würde im kommenden Schuljahr erneut ein Theaterstück aufgeführt werden.

Konversation

WEITERE AKTUELLE BEITRÄGE
Blue Fox The Bar präsentiert neues Cocktailmenü

Sommerlich frisch und ökologisch grün

Geschrieben von Katrin Holtz

Klimagipfel, Klimaproteste und Klimakiller – in diesem Sommer, so scheint es, geht am Thema Klima…

Lucky Chops live in Budapest

Blasmusik, die mitreißt

Geschrieben von Katrin Holtz

Obwohl Blasmusik ja allgemein als eher altbacken gilt, schafft es die US-amerikanische Musikgruppe…

VR Tours Budapest

Virtuelle Zeitreise durch die Geschichte der ungarischen Hauptstadt

Geschrieben von Michelle Dörner

Majestätisch prangt er über der ungarischen Hauptstadt: Der Palast auf dem Budaer Burgberg zählt…