Die ernsthafteste Antwort gab Orbán auf die Anfrage der LMP zur Klimapolitik. Auf dem anstehenden EU-Gipfel wollen die V4-Staaten einen einheitlichen Standpunkt zu der Frage einnehmen. Der Ministerpräsident erinnerte an die im Grundgesetz festgeschriebene „Verantwortung für unsere Enkel“ und unterstrich, seiner Regierung seien Umweltschutz und Klimawandel wichtig. In Sachen Wasser- und Luftreinheit erfülle Ungarn alle internationalen Verpflichtungen. Der Energiemix des Landes soll langfristig aus Atomenergie und Solarenergie als wichtigster erneuerbarer Energie bestehen. Er bat die LMP, die Regierung deshalb bei der Errichtung des AKW Paks 2. zu unterstützen: „Entweder wir erreichen die Klimaziele mit Paks, oder es gibt kein Paks und keine Klimaziele.“

Zum Vorwurf der DK, er habe die Revolution verraten, indem er das 56er Institut in Strukturen von Geschichtsfälschern einordne, erklärte Orbán: „Der Kampf gegen den Kommunismus ist eine moralische Pflicht – 1989 war das meine Überzeugung, und auch heute denke ich so.“ Dann merkte er an, das Geschichtsinstitut sei beim Veritas-Institut (welches die Orbán-Regierung gründen ließ) in guten Händen. Die Jobbik provozierte den Ministerpräsidenten mit dem „Geschenk“ einer Packung Teigwaren, verbunden mit der Frage, ob er das Land Gastarbeitern und jenen überlassen wolle, die sich alle vier Jahre für ihre Stimme kaufen lassen? Orbán empfahl der in den Status einer „Zwergpartei“ abgerutschten Jobbik, ihre Politiker sollten sich statt ständiger Kämpfe besser einmal ausruhen. Die Jobbik wolle gegen den Fidesz antreten, kämpfe aber in Wirklichkeit mit den eigenen Wählern. Mit diesen Worten ließ er auch Vorwürfe abblitzen, ihm reiche schon lange nicht mehr sein Gehalt als Premier, er brauche gleich das gesamte Nationaleinkommen, während Ungarn heute die zweitärmste Nation in der EU sei. Die MSZP forderte die Fidesz-Mehrheit im Parlament auf, endlich der Weisung des Verfassungsgerichts zu entsprechen und das System der Invalidenversorgungen zu überprüfen. Der durch die Richter gesetzte Termin war der 31. März, seither werde gegen Recht verstoßen. Orbán meinte dazu nur allgemein, seine Regierung werde den Beschluss des Verfassungsgerichts vollstrecken. Dann stellte er klar, dass er in sozialen Fragen keine Belehrung von Seiten der Sozialisten brauche.

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