Unternehmen können ausgewählten Mitarbeiter, einschließlich der Mitarbeiter einer ungarischen Tochtergesellschaft, Niederlassung oder Repräsentanz durch die Gewährung von Aktienoptionen belohnen. Dabei können die Arbeitnehmer Aktien der Muttergesellschaft oder andere öffentlich gehandelte Aktien erhalten. Wenn die Arbeitnehmer Anspruch auf die von der Unternehmensgruppe des Arbeitgebers ausgegebenen Aktien haben, dann kann dies nicht nur ihre Loyalität deutlich erhöhen, sondern auch ihre Leistung, die sich ja direkt oder indirekt auch im Wert der Aktien ihres Unternehmens niederschlägt.

Die Besteuerung von Aktienoptionen ist an den Zeitpunkt gebunden, an dem die Aktien der Privatperson übertragen werden. Hierbei handelt es sich in der Regel nicht um die Angebotsfrist oder um die Gewährung der Aktienoption selbst. Im Allgemeinen erfordern solche Pläne eine Wartezeit von den Mitarbeitern, in der die Mitarbeiter beim Unternehmen bleiben. Danach können die festgelegten Anteile den Mitarbeitern übertragen werden, eventuell mit einem bestimmten Preisnachlass und möglicherweise sogar kostenlos. In jedem Fall gilt als Steuerbemessungsgrundlage der faire Marktwert zum Zeitpunkt des Erwerbs der Wertpapiere abzüglich des Kaufpreises der Wertpapiere (falls vorhanden) und der damit verbundenen Kosten.

Die Steuerpflicht für die aus den Wertpapieren erzielten Erträge wird auf der Grundlage der Beziehung zwischen den betroffenen Parteien und den Umständen, unter denen die Erträge erzielt wurden, ermittelt. Hinter einem Beschäftigungsaktienoptionsplan steht in der Regel ein Beschäftigungsverhältnis, selbst wenn der Anbieter eine ausländische Muttergesellschaft ist. Dies bedeutet, dass die Übertragung von Aktien in Ungarn als Arbeitseinkommen mit 15% Einkommensteuer, 19,5% Sozialsteuer und 18,5% Beschäftigungsbeiträgen besteuert wird.

Falls der Anbieter eine ungarische Gesellschaft ist, ist der Arbeitgeber verpflichtet, die fälligen Steuern direkt dem Finanzamt zu entrichten. Wenn die Aktien und demzufolge auch deren Erträge jedoch von einem ausländischen Unternehmen stammen, dann hat wiederum die Privatperson die Pflicht, die entsprechenden Steuern im Rahmen seiner Einkommensbesteuerung abzuführen. In Anbetracht der Tatsache, dass das Individuum kein Geld, sondern Aktien erhält, wird die Steuerzahlung normalerweise durch den Verkauf eines kleineren Teils der Wertpapiere erfüllt. Die Ungarische Gesetzgebung gibt dem ungarischen Arbeitgeber jedoch die Möglichkeit, die Sozialabgaben seines Arbeitnehmers zu übernehmen. Dann ist die Privatperson nur zur Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge verpflichtet.

Der Vorteil ist, dass die Privatperson aus den Aktien zusätzliche Einkünfte erzielen kann, so etwa Dividendeneinkommen, wenn die Aktien gehalten werden, oder aber auch Kapitalgewinne, wenn sie verkauft werden. Aus beidem ergibt sich eine 15%ige Einkommenssteuer.

Die ungarische Steuergesetzgebung bietet auch ein spezielles Aktienprogramm für Arbeitnehmer (auf Ungarisch: „MRP“) an, bei dem die Besteuerung vorgezogen wird. Im Rahmen eines solchen Programms sind die Einkünfte aus Wertpapieren der Privatperson nicht innerhalb der festgelegten obligatorischen Einlagezeit zu versteuern. In diesem Zeitraum sollten die Aktien mindestens bis zum Ende des 2. Jahres in Folge gehalten werden. Nach der Einlageperiode sind Einnahmen von bis zu 1 Million HUF als Kapitalgewinn zu besteuern, das heisst die fälligen 15% Einkommensteuer sind nur über den Sozialversicherungsbeitrag hinaus abzuführen.

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