Danach kam er auf die EU-Wahl zu sprechen. Dies sei eine reine Listenwahl gewesen. „Die über 50% Stimmen für Fidesz-KDNP grenzen an ein Wunder. Von den 21 ungarischen Mandaten im Europaparlament entfallen 13 auf das Regierungsbündnis. Dieses Ergebnis gebietet Achtung“, sagte Orbán. Als interessante Lehre der Wahl bezeichnete er zudem, dass jene Regierungsparteien, die vom liberalen Mediennetzwerk, den NGOs und den Soros-Stiftungen angegriffen werden, die besten Wahlergebnisse erzielten, so neben Fidesz-KDNP die polnische Regierungspartei PiS und die italienische Lega Nord. Orbán wiederholte, Ungarn könne nur einen solchen neuen EU-Kommissionspräsidenten akzeptieren, der gegen Einwanderung auftritt, die europäischen Nationalstaaten achtet und die christliche Kultur schützt. Die Visegrád-Gruppe werde bei den personellen Entscheidungen einheitlich abstimmen. Die Zeit, in der die Deutschen und Franzosen in wichtigen europäischen Fragen das Sagen hatten, sei vorbei, da die V4 heute das gleiche Gewicht vertreten. In dem sich wandelnden Umfeld muss der Fidesz, der derzeit noch Mitglied der EVP-Parteienfamilie ist, prüfen, ob diese künftig die Interessen der Ungarn vertritt. „Wenn ja, dann bleiben wir, wenn nicht, nehmen wir in einer neuen Formation Platz.“.

In Verbindung mit dem jetzt verabschiedeten Aktionsplan zum Schutz der Wirtschaft erklärte der Premier, dass einerseits zur Aufrechterhaltung des Wachstumspotenzials der ungarischen Wirtschaft einige Veränderungen notwendig gewesen seien, andererseits fallen in Brüssel laufend Wirtschaftsentscheidungen, die ausgesprochen unvorteilhaft für die ungarische Wirtschaft sind. Zudem benötigt Ungarn ausländische Investitionen mit modernsten Technologien, um nicht im Wettbewerb zurückzubleiben. Primär sollen dennoch ungarische KMU mit Steuersenkungen und -vergünstigungen gefördert werden. Das erklärte Ziel lautet weiterhin, ein Wirtschaftswachstum von zwei Punkten über dem EU-Durchschnitt aufrechtzuerhalten.

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