Der Umweltschutz müsse auch auf EU-Ebene im Einklang mit Aspekten der Wettbewerbsfähigkeit stehen. Langfristig könne ein Gleichgewicht zwischen beiden gefunden werden, ohne dass die europäische Automobilindustrie mit vielen Millionen Arbeitsplätzen gefährdet werde. Der in Vorbereitung befindliche Aktionsplan der Regierung zum Schutz der Wirtschaft beinhalte ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum mindestens 2 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt, weitere Steuersenkungen und Bürokratieabbau, die Modernisierung der Berufsbildung und Ausweitung der dualen Ausbildung. Szijjártó forderte die Unternehmen der Automobilbranche auf, mit ihren Vorschlägen das Ausbildungsmodell des in Kürze eröffnenden Kooperationszentrums von Audi und der István Széchenyi-Universität Győr zu unterstützen.

Die Branche spielt seit 2010 sowohl bei der Schaffung von Arbeitsplätzen als auch dem Dimensionswechsel der Wirtschaft die Schlüsselrolle, die sie auch im Zeitalter der Technologien mit hoher Wertschöpfung bewahre. Der jährliche Produktionswert der ungarischen Automobilindustrie ist von 3.600 Mrd. im Jahr 2010 bis 2018 auf 8.500 Mrd. Forint angestiegen und lag bereits im I. Quartal dieses Jahres bei 2.500 Mrd. Forint. Neben den großen Automobilwerken hierzulande haben sich 15 der weltweit 20 größten Zulieferer der Automobilindustrie sowie 3 der 5 fernöstlichen, an der Elektromobilität interessierten Unternehmen in Ungarn angesiedelt. Szijjártó bezeichnete die E-Fahrzeuge als wichtige Entwicklungsmöglichkeit der ungarischen Automobilindustrie, drängte jedoch auch auf Entwicklungen von autonomen Fahrtechnologien und den schnellen Ausbau der digitalen Infrastruktur.

HIPA-Präsident Róbert Ésik zufolge liege die Bedeutung der Automobilindustrie in Ungarn in den zahlreichen Anschlussmöglichkeiten an internationale Wertschöpfungsketten. Die HIPA erstellte unter Mitwirkung der Unternehmen eine Erhebung über ihre künftigen Entwicklungen. Zwei Drittel der Unternehmen betrachten die Robotisierung als wichtigste Herausforderung der kommenden Jahre. 82% planen in den kommenden zwei Jahren die Entwicklung ihrer Produktion, 63% ihrer Logistik. Gleichwohl klagt ein Großteil der Unternehmen über Arbeitskräftemangel. 61% von ihnen berichten über Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften, wobei 40% in den kommenden 12 Monaten Personalaufstockungen planen. Jedes 5. der 49 befragten Unternehmen möchte mehr als 100 Mitarbeiter neu einstellen.

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