Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem RMDSZ-Vorsitzenden Hunor Kelemen in Kolozsvár (Cluj Napoca/ Klausenburg) sagte Orbán am Nachmittag, jene Wähler, die eine starke Repräsentanz aller Ungarn in Brüssel wünschen, um dem Ungarntum dort eine kräftige Stimme zu verleihen, müssen in Rumänien für den RMDSZ stimmen. Er bezeichnete die Europawahl als gute Gelegenheit für Ungarn, als einem Volk, das mehrere Länder bewohnt. Orbán lobte Rumänien, das in den letzten vier Jahren in hervorragender Weise die EU-Außengrenzen geschützt habe. Der rumänische Grenzschutz habe sich bewährt und den Beweis erbracht, Schengen-Reife erlangt zu haben.

Zum schwelenden Streit in der EVP erklärte Orbán auf eine Frage, der Fidesz werde nicht die Entscheidung der EVP abwarten, sondern selbst entscheiden, denn nicht die EVP sei relevant, sondern die Frage, welchen Platz der Fidesz in der neuen politischen Lage nach den Europawahlen einnehmen wird. Derzeit sehe es so aus, als wolle die EVP ein strategisches Bündnis mit den Linken eingehen. Das sei für den Fidesz nicht akzeptabel, weil die europäische Linke mittlerweile komplett die Einwanderung befürworte, während die wichtigste Frage für die Mitteleuropäer laute, wie sich die Migration stoppen lasse.

Am Vormittag hatte Orbán zum Auftakt seines Besuchsprogramms einen Vortrag an der Sapientia-Universität in Kolozsvár gehalten. Neben dem Migrationsthema äußerte er sich zur Zukunft der EU, die für die Ungarn nicht das Ziel, sondern das Mittel sei. Dabei bezeichnete der Ministerpräsident sein Volk als besondere Spezies, die sich nicht vermischen lasse, mit spezifischen kulturellen Wurzeln, Geschichte und Sprache. Diese habe sich das Recht zur Existenz erstritten, weil sie Leistungen für die Welt erbringt, die ohne die Ungarn nicht zustande kommen würden. Als ewiges Motiv des Charakters der Ungarn habe bis heute Geltung, dass die Ungarn instinktiv das Schicksal eines Untertanenvolkes vermeiden, äußerte Orbán.

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