Den Punkt des Grenzschutzes aufgreifend würdigte Orbán, es sei Strache und seiner Partei zu verdanken, dass Österreich heute einen gegen Einwanderung gerichteten Standpunkt bezieht und dem ungarischen Grenzzaun Sympathien entgegenbringt. „Ungarn verteidigt an seiner Südgrenze auch die Grenzen Österreichs“, sagte der Premier. Er wünsche in ganz Europa Veränderungen, wie sie in Österreich vor sich gingen. „Wenn es in Österreich möglich ist, dass eine Mitterechtspartei in der Regierung mit einer rechtsgerichteten patriotischen Partei zusammenarbeitet, warum soll das dann auf europäischer Ebene nicht möglich sein?“ – warf Orbán die Frage auf, für den die Antwort feststeht: „Was in Wien möglich ist, könnte auch in Brüssel funktionieren.“

Für das meiste Aufsehen sorgte jedoch seine Erklärung, der Fidesz könne nicht länger die EVP-Spitzenkandidatur von Manfred Weber mittragen. „Die ungarische Regierung und ihr Ministerpräsident können sich nicht in eine Lage manövrieren, einen Mann zu unterstützen, der noch im Vorfeld erklärt, er verzichte lieber auf die Stimmen der Ungarn bei der Wahl zum Präsidenten der EU-Kommission“, gab Orbán bekannt. Das sei eine schwerwiegende Aussage gewesen, mit der Weber das Prinzip verletzt habe, den Wähler zu respektieren.

Zu den Gesprächen mit Strache merkte Orbán an, zwischen Fidesz und FPÖ herrsche in allen strategischen Fragen Übereinstimmung. Der Vizekanzler bezeichnete seinen Gastgeber als „Sicherheitsgarant“ und schob Orbán das Verdienst zu, die europäische Migration gestoppt zu haben.

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