Woher kommt das Militärische im Namen der Heilsarmee?

In der viktorianischen Zeit, als sie gegründet wurde, war das ganz normal in England. Das waren andere Zeiten. Die „Armee“ stellte nichts Besonderes dar, sondern eine einfache Organisationsform. Tatsächlich kämpfen wir auch und zwar gegen das Schlechte in der Welt. Und ein Kampf passt doch eher zu einer Armee als zu einem Verein oder einer Stiftung, nicht wahr?

Würden wir uns heute erfinden, würden wir uns aber wahrscheinlich nicht mehr so betiteln. Doch eine Umbenennung kommt auch nicht in Frage, und käme bei der Bevölkerung laut Umfragen auch nicht gut an.


Wer ist der Feind der Heilsarmee?

Grundsätzlich das Böse. Es ist zum einen der Gegenspieler von Gott, den wir in der Seelsorge wahrnehmen. Den kann man natürlich nicht mit Waffen bekämpfen, den bekämpft man mit Gebeten, Bibellesen und Seelsorge. Da passieren große Wunder. Auch in Ungarn haben wir hierfür einige Beispiele. In unserer Sozialarbeit bekämpfen wir zum anderen die schlechten Bedingungen, unter denen ein Mensch leiden muss. Bei unserer gerade anlaufenden Ein-Prozent-Kampagne, über die ich gleich noch sprechen werde, stehen zum Beispiel mißhandelte und ausgebeutete Frauen im Zentrum. Das ist in Ungarn ein großes Problem. Ich habe gelesen, dass es auch in Deutschland momentan über 20.000 laufende Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs gibt, aber hier gehört es fast zur Kultur dazu. Auch auf dem Gebiet des Straßenstrichs sind wir sehr aktiv und versuchen, die Leute von dort wegzubringen. Wir sprechen dabei aber nicht von „Wiedereingliederung“, denn sie sind ja eingegliedert in ihrem Sinne. Aber selbst diejenigen, die freiwillig dort begonnen haben, werden im Laufe der Zeit immer mehr zu Opfern. Wir versuchen diesen Menschen eine neue Lebenswirklichkeit zu geben, wo sie die Möglichkeit zur Entscheidung haben. Das kann mit Gott oder ohne Gott sein, das ist uns eigentlich egal. So sieht unser Kampf gegen das Böse aus.


Was ist für diesen Kampf speziell in Ungarn charakteristisch?

Wir sind immer aktiv für Menschen, die in Not sind, egal ob es sich um eine Not seelischer, geistiger oder körperlicher Art handelt. Je nach Land setzen wir unsere Schwerpunkte. Hier in Ungarn sind wir insbesondere mit unseren Wärmestuben und Häusern für Obdachlose, mit der Essensausgabe für hungernde Menschen und mit unserem Mutter-Kind-Haus für misshandelte Frauen und ihre Kinder aktiv. In unserer Gemeindearbeit engagieren wir uns auch in Romadörfern, wo wir die Leute nicht durch ein Sozialprojekt, sondern durch die Kirche und Gemeinschaft verändern. Dabei ist es uns wichtig, nicht nur temporär mal aufzutauchen, sondern dauerhaft vor Ort zu bleiben. Das ermöglicht eine ganz andere Zusammenarbeit mit den Menschen. Wahrscheinlich könnten wir mit EU-Hilfe dort neue Containerdörfer mit wunderschönen, nagelneuen Häusern bauen. Alle hätten dann Toilette und Dusche im Haus. Es wären jedoch immer noch die gleichen Menschen mit den gleichen Schwierigkeiten, Ängsten und Nöten. Hier setzt unsere Seelsorge an. Wir glauben, dass sich der Mensch ändern muss und nicht seine Umgebung. So haben wir eine ganze Roma-Gemeinde, die sich einfach dadurch verändert, dass ihre Mitglieder beginnen, die Bibel zu lesen und in den Gottesdienst zu kommen. Über eines dieser Dörfer wurde übrigens für die Romagruppe innerhalb des EU-Parlaments auch ein interessanter Film angefertigt.


Wie würden Sie den Kern Ihrer Arbeit beschreiben?

Uns ist es sehr wichtig, dass wir die Probleme der Menschen nicht einfach als gegeben annehmen. Wir wollen die Armut der Person nicht verwalten, sondern jemandem wirklich helfen. Wir können alles für sie tun. Wir können ihr eine Wohnung oder eine Arbeit suchen. Das hilft aber kaum und verändert nichts, weil die Person sich selbst ändern muss. Unser Dienst besteht - egal ob im Seelsorgerischen oder im Sozialen - daraus, dem Menschen zu helfen, sich selbst helfen zu können und selber stark zu werden. Das geschieht auch durch sehr viele Gespräche in unseren Häusern. Dabei wollen wir uns nicht als Gutmenschen aufführen, die alles organisieren, sondern vielmehr die Menschen einfach vernetzen und ihnen dort helfen, wo es möglich ist.

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Die Fahne steht im Büro von Bernhard Wittwer und wird zu besonderen Anlässen mitgenommen. Sie zeigt das Theorem der Heilsarmee: Das Blut Jesu Christi (symbolisiert in Rot) wäscht uns rein von aller Sünde und durch das Feuer des Heiligen Geistes (gelber Stern) können wir vor Gott in der Reinheit leben (Blau) und so den Menschen dienen. Entworfen wurde sie von Catherine Booth, der Frau des Heilsarmee-Gründers.


Was ist dabei Ihr Leitspruch?

Unser Glaube an Gott muss Hände und Füße bekommen. Er darf nicht nur Selbstzweck sein. Wir möchten eine Art „Durchlauferhitzer“ der Liebe Gottes sein: uns wird sie zuteil, wir wandeln sie um und geben sie weiter.


Wo setzt man da in der Seelsorge an?

Seelsorge ist immer individuell, wir haben keine Schemata. Neun Millionen Menschen leben in Ungarn und es kann sein, dass es neun Millionen verschiedene Arten braucht, um diesen Menschen zu helfen. Generell muss man die Menschen lieben. Es ist manchmal schwierig, einen Obdachlosen zu lieben, ihn mit all seinen Gerüchen, seinem Schmutz und seiner Art sich auszudrücken, als Menschen anzunehmen. Aber es kann gelingen und es gibt Menschen, die sich dadurch verändern. Das ist kirchliche Arbeit und dafür schlägt mein Herz.


Welche Mitgliedschaftsformen gibt es in der Heilsarmee?

Wir haben drei Arten von Mitgliedschaft. Die erste Form beinhaltet, dass jeder dazugehören kann, wenn er nur regelmäßig - das heißt laut unserer Definition mindestens zweimal pro Jahr - bei uns erscheint. Wir möchten eine offene Gemeinschaft für alle sein. Die zweite Form ist für Leute, die aktiver Mitglied sein wollen. Sie werden im Gottesdienst aufgenommen und unterschreiben, dass sie uns mit ihrer Zeit, Gaben und Finanzen unterstützen. Die dritte ist die uniformierte Mitgliedschaft. Hierfür unterschreibt man unser Glaubensbekenntnis und ein Versprechen mit elf Punkten. Wir verpflichten uns die Ehe hochzuhalten, mit den Menschen nach biblischen Grundsätzen umzugehen und den Nächsten zu lieben. Der Verzicht auf Alkohol, Drogen, Tabak und Glücksspiel ist auch ein Teil davon. Das kommt nicht aus der Bibel, sondern daher, dass wir mit Menschen zusammenarbeiten, die dort oft Probleme haben. Wir können nicht etwas bekämpfen, das wir selber tun.


Was bedeutet es Offizier der Heilsarmee zu sein?

Gemeinsam mit meiner Frau üben wir das Pastorenamt aus, wir sagen dazu „Offiziere“. Wir verpflichten uns in der Absicht, unser ganzes Leben in der Heilsarmee zu dienen. Wenn man sie verlassen möchte, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen oder weil man eine andere Berufung verspürt, ist dies aber auch möglich - wir sind ja keine geschlossene Sekte.

Nach einer zweijährigen theoretischen Grundausbildung zum Seelsorger, die innerhalb der Organisation stattfindet, geht man üblicherweise ins Gemeindeleben und spezialisiert sich dort. Wir unterschreiben auch, dass wir dorthin gehen, wohin die Heilsarmee uns schickt. Wir werden aber nicht gezwungen, sondern es findet ein Dialog statt. So kamen wir nach Ungarn.

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„Wir sind stolz, das Abzeichen der Heilsarmee tragen zu dürfen.“


Seit wann sind Sie hier? Sie sprechen ja auch bewundernswert Ungarisch!

Von 1998 bis 2003 waren wir schon einmal fünf Jahre in Budapest, dann gingen wir für die Ausbildung unserer beiden Töchter wieder zurück in die Schweiz. Nun leben wir seit 2015 wieder hier. Uns gefällt es in Budapest und überhaupt in Ungarn sehr gut. Ich habe hier mein zweites Heimatland gefunden. Wir wohnen zwar einfach, aber so schön wie nie zuvor! Ungarisch haben meine Frau und ich schon vorbereitend ab 1997 gelernt. Es ist uns wirklich ein Anliegen, direkt mit den Menschen kommunizieren zu können, ohne Übersetzer. Das gelingt uns mittlerweile schon ganz gut.


Sie sprechen sehr oft von Ihrer Frau. Sind Sie auch bei der Arbeit eine Einheit?

Ja, wir machen die Arbeit hier zusammen. Auf dem Papier bin ich der Leiter und sie ist meine Stellvertreterin, denn für öffentliche Behörden braucht es in Ungarn immer einen alleinigen Verantwortlichen. Innerhalb der Organisation sind wir hingegen gleichgestellt. Intern unterschreiben wir beide alles und versuchen auch bei externen Angelegenheiten das Prinzip der Doppelunterschrift immer mehr durchzusetzen.


Für eine kirchliche Organisation klingt das sehr bemerkenswert!

Ja, bei uns sind die Frauen wirklich gleichberechtigt. Ich habe beispielsweise eine Chefin, die das Gebiet von Schweiz, Österreich und Ungarn leitet. Wir hatten auch schon eine Generalin für die ganze Welt, für alle 131 Länder, in denen wir aktiv sind. Unsere Arbeitsbeschreibungen verfassen wir zusammen mit unseren Vorgesetzten selbst. Wie wir unsere Rollen genau aufteilen, können wir frei bestimmen. Wenn die Frau die bessere Leiterin ist, dann übernimmt eher sie das Management der Gemeinde und der Mann eher die Seelsorgerfunktion der Gemeinde.


Gibt es viele Ehepaare innerhalb der Organisation?

Ja, die Gemeindeleiter, also die Offiziere, sind in der Regel alle verheiratet. Teilweise haben sie sich vorher kennengelernt und sind dann gemeinsam eingetreten, teilweise treffen sie sich innerhalb der Organisation, so wie ich und meine Frau.



Wie kamen Sie beide zur Heilsarmee?

Die Familie meiner Frau trat der Heilsarmee als Jugendliche bei. Meine Eltern dienten ebenfalls. Als junger Mensch dachte ich noch, dass der Glaube die Welt meines Vaters sei. Mich faszinierte damals die Musik. Während einer mehrmonatigen Musikausbildung in Norwegen sagte aber Gott zu mir, dass er möchte, dass auch ich Heilsarmeeoffizier werde. Er hat das wirklich zu mir gesagt, in mir drin konnte ich ihn wirklich hören. Da war ich 18. Also ging ich zurück in die Schweiz, brachte langsam mein Leben in Ordnung, heiratete mit 22 und begann meine Ausbildung mit 27. Heute bin ich 58 und bin immer noch da. Musik mache ich immer noch in unserer Brassband.

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Heute kocht Katalin Tóth in der Wärmestube in der Bajnok-Straße und ist nicht mehr obdachlos.


Wie sieht die Zusammenarbeit der Heilsarmee mit staatlichen Institutionen aus?

Unsere Sozialarbeit wird in Leistungsverträgen mit sogenannten Normativen direkt vom Staat bezahlt. Unsere Häuser hingegen haben keinen direkten Vertrag mit dem Staat, aber sie sind natürlich abhängig von der Regierung. Das ist aber nichts Schlechtes. Wir übernehmen diese Arbeit des Staates, denn der denkt, dass dieser Bereich nicht zu seinen Aufgaben zählt.

Ich glaube auch, dass wir diese Arbeit besser als der Staat durchführen, weil wir eine persönliche Motivation haben, den Menschen zu helfen. Für den Staat ist das einfach eine Arbeit, für uns ist das eher eine Berufung. Von daher denke ich, dass wir das ganz gut machen. In Ungarn haben wir einen sehr guten Kontakt mit der Regierung. Generell könnte diese Zusammenarbeit auch gefährlich sein, man könnte sich auch zu eng mit der Regierung einlassen und wäre nicht mehr kritisch genug. Wir wollen nicht dem Staat dienen, sondern in erster Linie den Menschen. Aber in meiner dreißigjährigen Laufbahn bin ich solch einer problematischen Lage noch nie begegnet.


Arbeiten Sie auch an Vorschlägen mit, um das System für die Betroffenen generell zu verändern?

Manchmal wäre es besser, wenn wir schon bei der Gesetzgebung, insbesondere bei der Frage, wie das Gesetz angewendet werden soll, dabei sein könnten. Zwischen der Verabschiedung eines Gesetzes und seiner Anwendung gibt es viele Schritte, in denen mit den jeweiligen Partnern abgestimmt wird, wie das Gesetz in die Tat umgesetzt werden kann. Hier in Ungarn macht man das aber nicht so. Hier wird ein Gesetz von heute auf morgen beschlossen, und dann muss man sich daran halten. Das hat auch Vorteile. Es ist beispielsweise viel schneller.

In Ungarn gibt es erst seit dreißig Jahren eine Demokratie, da sind die Abläufe anders als in der Schweiz, und es braucht noch viel Lernfähigkeit. Aber ob nun das System im westlichen Europa oder hier besser ist, spielt doch keine Rolle: Wichtig ist es, den Menschen zu helfen.


Wie finanziert sich die Heilsarmee noch?

Die soziale Arbeit wird also größtenteils vom Staat bezahlt. Die kirchliche Gemeindearbeit trägt sich üblicherweise durch die Kollekte und andere freiwillige Mitgliederbeiträge selbst. In Ungarn sind wir aber noch weit davon entfernt und werden zusätzlich von der Schweizer Heilsarmee unterstützt. Ein Großteil unserer selbsterwirtschafteten Einnahmen vor Ort verdankt sich der Ein-Prozent-Regelung bei der Steuerabgabe. Hier konnten wir in den letzten Jahren schon Erfolge erzielen. Auch jetzt läuft gerade hierzu unsere Kampagne.

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Sándor Péter Elek (links) hat am Poesieabend in der Rózsakert-Kirche teilgenommen, wo in Obdachlosigkeit lebende Menschen mit professioneller Hilfe von Schauspielern Gedichte rezitierten. Sein Lieblingsdichter ist der ungarische Meister Attila József, der sich schon Anfang des Jahrhunderts mit dem Phänomen der Armut in seinem eigenen Schicksal beschäftigte.


Einfach Steuern bezahlen also? Wie funktioniert dieses Hungaricum namens SZJA 1+1?

Das ist in der Tat eine typisch ungarische Steuerregelung. Nur in Polen gibt es noch ein ähnliches System, habe ich gehört. Ein Prozent seiner Steuern kann man für kirchliche Zwecke und ein Prozent für soziale Zwecke einsetzen. Die Heilsarmee und ihr Sozialwerk sind eine Kirche, das heißt, jede Privatperson kann in ihrer Steuerklärung das Prozent für kirchliche Zwecke der Heilsarmee zur Verfügung stellen. Der Steuerzahler profitiert, weil er etwas Gutes tut, und praktisch gar nichts dafür bezahlen muss. Wir profitieren, weil wir eine finanzielle Unterstützung für unsere Arbeit bekommen. Auch unser Jahresbericht zeigt ganz klar, dass wir dringend mehr Gelder benötigen.


Wie werben Sie dafür?

Neben der Anzeigenkampagne, die auch in der BZ zu finden ist, haben wir auch eine Videokampagne gestartet. Die Kampagne und auch das Video basiert auf einer wahren Geschichte. Es handelt von János, der in einem Kinderheim aufwuchs, dann auf der Straße lebte und nun ein Koch ist. Solche Geschichten spiegeln unsere Arbeit wider. Wir möchten die Leute aufrufen, uns zu unterstützen, damit wir noch mehr Leuten eine Zukunft geben können. Obdachlosigkeit ist ein vorübergehender Zustand, der umgekehrt und geändert werden kann. Wir haben noch mehr solcher Beispiele, wie einen Seemann, der obdachlos war und nun ein Donauboot steuert, oder auch einen unserer Gemeindeleiter, der vorher mit seiner Frau auf der Straße lebte. Sie alle konnten durch die Heilsarmee in ein neues Leben starten. Generell sind wir aber nicht so gut im Erzählen von Erfolgsgeschichten, denn wir wollen das nicht ausnutzen und lieber handeln.


Wie kann man die Heilsarmee noch unterstützen?

Finanziell kann man uns immer unterstützen. Man kann auch als Freiwilliger mitarbeiten, zum Beispiel bei der Essensausgabe für Obdachlose. Auch Kleiderspenden und andere Sachspenden sind willkommen. Wenn uns jemand einen Wohnung schenken würde, könnten wir sie für ein Programm des begleiteten Wohnens herrichten. Und auch sonst gibt es jede Menge Möglichkeiten, die Heilsarmee tatkräftig oder durch Spenden zu unterstützen.


Wer helfen will, kann also die 1%-Regelung in der Steuererklärung anwenden oder auch online spenden auf udvhadsereg.hu. Dort finden sich auch alle weiteren Infos. Daneben gibt es natürlich auch ein Facebook-Profil.

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Wissenswertes über die Heilsarmee

Gegründet wurde die Heilsarmee 1865 von dem methodistischen Pfarrer William Booth. Er war bestürzt von den Slums im Londoner East End, die durch die Industrialisierung entstanden waren. Seine Frau Catherine Booth spielte ebenfalls eine entscheidende Rolle, denn auch sie predigte von Anfang an, was im 19. Jahrhundert etwas besonderes war.

Die Heilsarmee ist eine Freikirche. Auf die repräsentativen, kirchlichen Rituale legt sie keinen Wert. Der Glaube wird in der Praxis der sozialen Tätigkeit ausgelebt. Die Mitglieder der Heilsarmee wollen die Not der Menschen lindern und sie dabei in die Kirche mitnehmen. Ab den 1880er Jahren verbreitete sich die Heilsarmee in der ganzen Welt. Heute ist sie in 131 Ländern vertreten, darunter auch in Ungarn, wo sie erstmals 1924 tätig wurde, dann aber von 1947 bis 1989 als internationale Organisation in Uniform verboten war, wie auch in den übrigen Ostblockstaaten.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs schließlich nahm die Heilsarmee 1990 ihre Mission in Ungarn wieder auf, und verfügt mittlerweile über 14 Offiziere und insgesamt 116 Festangestellte vor Ort, die vor allem im sozialen Bereich beschäftigt sind. Ihr Dienst umfasst eine breite Spanne von Tätigkeiten: Sie betreiben mehrere Männer- und Frauenhäuser, verteilen Mittagessen und sind auch auf dem ungarischen Land, wie etwa in Roma-Gemeinden, aktiv.

Hierzu zählen auch zahlreiche besondere Veranstaltungen: In Budapest wird beispielsweise jedes Jahr ein „Szépség Napja“ (Tag der Schönheit) organisiert, der die Frauen des Frauen-Reha-Hauses im 17. Bezirk für einen Tag durch freiwillige Profis mit Massagen, Pediküre, Henna-Tattoos, Seelsorge und vielem mehr verwöhnen lässt.

Die Heilsarmee kooperiert mit der Lebensmittelbank und den Maltesern, aber auch privaten Firmen, wie lebensmittelspendenden Supermarktketten. Sie unterhält Kontakte zum Budapester Sozialzentrum BMSZKI sowie sämtlichen Fachgremien im sozialen und kirchlichen Bereich.

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