Die Österreicher wollen in Ungarn im Privatkunden- und KMU-Geschäft wachsen und dabei insbesondere mehr Agrarkredite ausreichen. Strategie und Portfolio der BB könnten helfen, diese Ziele als Alternative zum organischen Wachstum leichter zu erreichen. Die Wirtschaftszeitung merkt an, zum Erfolg einer solchen Übernahme könnte beitragen, dass der heutige Chef der Raiffeisen Bank Zrt. jener György Zolnai ist, der früher BB-Generaldirektor war. In dieser Position nahm er an der Abwicklung jener Transaktion teil, mit der GE Capital die BB an den ungarischen Staat veräußerte.

Bis Ende Juni muss die für die Verwaltung des Nationalvermögens zuständige Ministerin ohne Geschäftsbereich, Andrea Bártfai-Mager, das Privatisierungskonzept für die BB vorstellen. Bislang zeigte nur die belgische KBC-Gruppe als Inhaber der hiesigen K&H Bank vorsichtiges Interesse; so konkret wie jetzt von Seiten RI formuliert äußerte sich aber noch kein Bankhaus zu dem möglichen Deal. Die Erste Bank hatte noch im Februar erklärt, bei einem attraktiven Angebot der ungarischen Regierung könnte man Interesse zeigen, doch sei es kein großer Verlust, wenn die BB jemand anderes kauft. Die allgemeine Zurückhaltung erklärt sich wohl auch daraus, dass am Markt weiter mit der Gründung einer großen staatlichen Bankengruppe einschließlich BB, Takarékbank und MKB gerechnet wird.

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