Der Wildpark ist Teil eines weitläufigen Waldgebietes und gut mit dem Bus oder Auto zu erreichen. Ungefähr 500 Parkplätze bietet die Anlage, in der sich an Spitzentagen bis zu 3.000 Besucher gleichzeitig tummeln können. Es gibt viel zu sehen: Neben Tieren und Pflanzen verfügt der Wildpark auch über ein Café und verschiedene Spielplätze.


Ungarns einheimische Tiere

Im Jahr 1979 wurde der Park gegründet und feiert dieses Jahr sein vierzigjähriges Jubiläum. Wir wollen wissen, welche Angebote und Besonderheiten der Park zu bieten hat. Zu diesem Zweck haben wir mit dem Forstingenieur und Direktor des Parks Péter Szabó gesprochen: „Positiv spielt uns zu, dass wir so nah an der Stadt Budapest liegen und viele Menschen zur Erholung in unseren Park kommen“, sagt er. Der Förster arbeitet seit 2013 im Park. Seitdem ist die Besucherzahl von 150.000 auf 192.000 Besucher im Jahr gewachsen. „Die Besucherzahlen steigen weiter und die Anlage wird zunehmend von internationalen Gästen besichtigt“, erklärt er. Der Park ist ein Non-Profit-Unternehmen; alle Einnahmen werden in die Erhaltung und den weiteren Ausbau des Parks investiert.

Im Wildpark leben ausschließlich einheimische Tiere, die auch in freier Wildbahn auf dem Gebiet Ungarns zu finden sind. Insgesamt bewohnen 60 verschiedene Tierarten die Anlage. Darunter sind Bären, Luchse, Wölfe, Hirsche, Igel, Hühner, Esel und viele mehr.

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Aktuell können Wildschweinfrischlinge bestaunt werden. (Foto: Linda Surányi Photography)

Das Ziel sei es, die Gäste über die einheimischen Tierarten, deren Verhalten und Aussehen zu informieren. „Für uns sind aber nicht nur die Tiere von Bedeutung, der ganze Wald soll unseren Besuchern näher gebracht werden. Dazu gehören Pflanzen, Bäume, Insekten – eben die gesamte Natur“, so Szabó. Viele Ungarn wüssten gar nicht, welche Tiere und Gewächse sich in den einheimischen Wäldern befinden, das müsse geändert werden.


Für Familien und Kinder am besten geeignet

Wissen über die Natur und deren Lebewesen spielend zu vermitteln, sei die Hauptaufgabe des Parks. Die Besucher können Führungen mitmachen, aber auch eigenständig durch das Naturschutzgebiet spazieren. „Am meisten kommen Familien mit Kindern hierher“, erklärt Szabó. „Spielerisches Lernen wird bei uns großgeschrieben.“ Das solle auch durch interaktive Spielstationen wie beispielsweise eine Memory-Wand erreicht werden. Außerdem setze der Park auf seine zwei Spielplätze, die detailgetreu die Arbeit auf dem Bauernhof und in der Forstwirtschaft nachstellen. Im Jahr 2018 erreichte der Wildpark den ersten Platz in einem Wettbewerb der Kategorie „Ökotouristische familienfreundliche Sehenswürdigkeiten“ in Ungarn.

Die tierischen Bewohner des Parks liegen den Mitarbeitern sehr am Herzen. „Die Tiere haben sehr viel Rückzugsraum und wir versuchen ihnen das Gefühl zu geben, dass sie sich in ihrem natürlichen Lebensraum befinden. Bis auf die Zäune der Gehege gelingt uns das auch ganz gut.“ Außerdem haben die Tierpfleger laut Péter Szabó ein vertrautes Verhältnis zu den Tieren. Er erklärt: „Das ist sehr wichtig, damit wir die Tiere aus der Nähe beobachten und auf Krankheiten untersuchen können. Wenn sie wirklich einmal krank sind, können wir sie gut behandeln. Die Pfleger trainieren zuweilen mit den Tieren. Sie werden mental und körperlich beschäftigt und die Besucher können sich sogar einige Kunststücke ansehen. Dass es den Tieren gut geht, ist die Hauptsache!“

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Im Wildpark Budakeszi leben auch zwei Bären. (Foto: Linda Surányi Photography)

Bei unserem Besuch im Wildpark Budakeszi konnten wir miterleben, wie eine Tierpflegerin mit einem Wolf das für diese Tierart typische Heulen übt. Mit guter Pflege solle, so der Wildparkdirektor, die Fortpflanzung der Tiere begünstigt werden. Jedes Jahr gibt es Nachwuchs; aktuell sind Wildschweinferkel zu bestaunen.


Spannende Attraktionen für Groß und Klein

Die Mitarbeiter im Park versuchen, den Gästen einen möglichst anschaulichen Einblick in das Leben der Natur zu geben. Beispielsweise kann bei Fütterungen und Vorführungen zugeschaut werden. Die Zeiten dafür sind auf der Internetseite des Parks zu finden, sodass der Besuch dementsprechend geplant werden kann. Darüber hinaus gibt es einen Kletterpark, der zum Freizeitspaß der älteren Kinder ab 10 Jahren beitragen soll. Der Kletterpark und der Tierpark haben getrennte Eingänge und Eintrittspreise.

Mit einem Jahresbeitrag von ungefähr 8.000 Forint kann ein Patentier adoptiert werden. Einmal im Jahr kann man es dann bei einer Führung durch den Park besuchen und streicheln. Insbesondere die Interaktion mit den Lebewesen ist bei vielen Gästen begehrt. „Sehr beliebt ist auch unser Streichelzoo mit Mufflons und Damhirschen“, so der Direktor.


Der Budakeszi-Park entwickelt sich weiter

Eine weitere Attraktion der Anlage ist der Dinosaurier-Park. Diese Besonderheit ist in einem weiteren Waldabschnitt des Parks gelegen, der zusätzlichen Eintritt kostet. Im Dinosaurier-Park sind Plastikfiguren der Urzeitriesen ausgestellt, die teilweise beeindruckende Geräusche und Bewegungen ausführen können. Der Dino-Park ist ganz im Stil des bekannten Kinofilms „Jurassic Park“ gehalten. Besucher können die verschiedenen fast lebensecht wirkenden prähistorischen Figuren bestaunen. Neben den Dinosauriern sind Informationstafeln aufgestellt. „Aus wissenschaftlicher Perspektive ist unser Dino-Park nicht ganz authentisch. Er ist eben kein Museum. Die Leute sind trotzdem begeistert und gerade die Kinder sind von den beweglichen Dinosauriern fasziniert“, erklärt Szabó.

Ein weiterer Programmpunkt des Parks ähnelt einem modernen Freizeitangebot, den sogenannten „Escape-Rooms“, bei denen man sich durch Lösen von Rätseln aus einem Raum befreien muss. Im Budakeszi-Park findet diese Attraktion im Freien statt: Beim „Bären-Weg“, so der auf Deutsch übersetzte Name dieses Programmpunktes, gilt es, Aufgaben zu lösen, um am Ende an ein bestimmtes Ziel zu gelangen. „Besonders bei Kindergeburtstagen ist das sehr beliebt. Als Belohnung dürfen die Kinder am Ende ein Tier streicheln“, erklärt Péter Szabó im Gespräch mit der Budapester Zeitung. Neben Kindergeburtstagen sind auch Firmenevents im Park möglich.

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Um spielerisch Wissen zu vermitteln, nutzt der Park auch seine Spielplätze. (Foto: Budakeszi Vadaspark)

Der Wildpark kooperiert mit anderen kulturellen Einrichtungen, beispielsweise mit dem Palast der Wunder (Csopa) in Budapest. „Wir bieten ein kombinierbares Ticket mit dem Wissenschaftspalast an, mit dem die Käufer beide Institutionen zu einem vergünstigten Preis besuchen können.“


Neuerungen zum vierzigjährigen Jubiläum

„Dieses Jahr, zum vierzigjährigen Jubiläum, werden unsere Informationstafeln aktualisiert. Sie sind dann neben der ungarischen auch in englischer Sprache verfügbar, sodass der Park für internationale Gäste zugänglicher wird“, so Szabó. „Ich empfehle, vorab auf unserer Internetseite nach den aktuellen Programmen und Zeitplänen zu suchen. So kann man auf dem neusten Stand bleiben und den Besuch in unserem Park nach den individuellen Interessen planen.“ Die Homepage des Parks sei schon seit letztem Jahr auf Englisch verfügbar. Darüber hinaus werde der Bauernhof des Parks mit Tieren wie Kühen, Ziegen und Hühnern vergrößert und umgebaut. Der Bau ist aktuell in vollem Gange und wird im Mai fertiggestellt. Der Wildpark Budakeszi kann also im Sommer mit einigen Neuheiten aufwarten.

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Budakeszi Wildpark

Budakeszi, Hrsz 0210/12, 2092

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, am Wochenende 9 bis 18 Uhr (Öffnungszeiten variieren nach Jahreszeit)

Weitere Informationen finden Sie unter www.budakeszivadaspark.hu

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