Entsprechend groß war das Publikumsinteresse. Mit dabei waren unter anderem Dr. László Papp (Bürgermeister von Debrecen), Klaus Streicher (Gesandter der deutschen Botschaft), Dr. Arne Gobert (Präsident des DWC), Dr. Marie-Theres Thiell (Vizepräsidentin der DUIHK) und Dr. Barabás László (Honorarkonsul von Österreich). Anwesend war natürlich auch Dr. Thomas Narbeshuber, der nicht nur die BASF Hungaria leitet sondern auch die DWC-Sektion Debrecen.

In seinem Vortrag stellte Frank Spengler die Konrad Adenauer-Stiftung (KAS) vor. Neben anderen parteinahen Stiftungen sei auch die KAS ein wichtiger Teil der politischen Kultur Deutschlands. Sie ist aber auch im Ausland aktiv, wo sie inzwischen über 110 Auslandsbüros weltweit mehr als 200 Projekte in über 120 Ländern betreut. Dort würden sich die KAS-Vertreter einsetzen für „Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, die Durchsetzung sozialer und marktwirtschaftlicher Strukturen sowie für die Verwirklichung der Menschenrechte“, beschrieb Spengler.
Mit ihren über Jahrzehnte gewachsenen Netzwerken zu den gesellschaftlichen und politischen Eliten in ihren Einsatzländern sowie den langjährigen Partnern wirke die derzeit von Prof. Dr. Norbert Lammert geführte Stiftung nachhaltig an der Politikgestaltung mit. Eine wichtige Aufgabe sehe die Stiftung auch in der Begabtenförderung.
In Ungarn wurde die KAS bereits unmittelbar der Wende aktiv, 1990 eröffnete ihr Budapester Büro. Zu den hiesigen Zielen der KAS gehört die Unterstützung beim Aufbau einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft und einer marktwirtschaftlich- und sozialorientierten Wirtschaftsordnung, die Pflege und der Ausbau der deutsch/europäisch-ungarischen Beziehungen und zuvor die inhaltliche Begleitung des EU-Integrationsprozesses. Die Budapester KAS-Vertretung beschäftige sich nach den Worten von Spengler aber auch mit der Vertiefung des wirtschaftspolitischen Dialogs über die Soziale Marktwirtschaft und der Stärkung der Zivilgesellschaft in Ungarn durch Bildung und Beratung. Ihre Partner sind die beiden Parteien der Regierungskoalition, Fidesz und KDNP.
Einer der Höhepunkte der jüngeren ungarischen KAS-Geschichte war der 4. November 2015. An diesem Tag wurde im Budapester Stadtwäldchen die Konrad-Adenauer-Büste und -Straße feierlich eingeweiht. Leitthema der Veranstaltungen dieses Jahres sei der 30. Jahrestag des Mauerfalls. Schließlich ging Spengler noch auf die Europäische Volkspartei und das angespannte Verhältnis des Fidesz zu ihr ein. Die frisch erzielte Vereinbarung bezeichnete er als einen „für alle Seiten akzeptablen Kompromiss“.
In der abschließenden Diskussion ging es unter anderem um die Zukunft der Europäischen Union, die EU-Erweiterung durch die Staaten des Westbalkans, die EU-Werte, die unterschiedliche Prioritäten zwischen Deutschland und Ungarn, die Einbindung der jüngeren Generation in die deutsch-ungarischen Beziehungen und natürlich auch um die Rolle der Wirtschaft dabei.

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