Seit vier Jahren lebt Melanie Matolcsy, die mit einem Ungarn verheiratet ist, nun schon in Budapest. Die Idee für einen Kleiderverleih wurde von ihrer eigenen Leidenschaft für schöne und teure Kleider inspiriert. Im Interview mit der Budapester Zeitung erklärt sie: „Der Einfall entstand durch Freundinnen, die mich fragten, ob sie sich meine Kleider ausleihen dürfen. Da dachte ich, ein professioneller Verleih wäre für viele Frauen nützlich, da Markenkleider oft teuer sind, nur einmal getragen werden und danach für Jahre im Kleiderschrank hängen.“ Die Amerikanerin kritisiert die ihrer Meinung nach bescheidenen Einkaufsmöglichkeiten für edle Kleider in Budapest. Es gebe zu wenige Geschäfte und zu wenig Auswahl. Mit ihrer Verleih-Boutique wolle sie nun also Frauen eine weitere Möglichkeit geben, günstig an Markenkleider heranzukommen.

Für unterschiedlichste Anlässe und Figurtypen

Matolcsy verleiht Kleider für ganz verschiedene Anlässe – vom Opernbesuch über Hochzeiten bis hin zu Firmenfeiern. Darüber hinaus versucht sie, unterschiedliche Altersklassen und Figurtypen auszustatten. Viele unterschiedliche Schnitte sowie Kleidergrößen von 34 bis 46 sind in ihrer Boutique zu finden. Im Ausstellungsraum von „MyCloset Budapest“ hängen momentan ungefähr 50 Kleider – die Auswahl wechselt jedoch je nach Saison. „In nächster Zeit wird die neue Frühlingsware ankommen und die Winterkleider werden weggeräumt“, erklärt die Inhaberin. Die Leihgebühr für ein Kleid beträgt abhängig von der Marke, Qualität und Reinigungsaufwand zwischen 7.000 und 25.000 Forint. Hinzukommt eine Kaution in Höhe von 20.000 Forint. Für 5.000 Forint kann man sich außerdem bei Melanie Matolcsy ein Kleid reservieren lassen. Wenn die Kundin das Kleidungsstück dann wirklich ausleiht, wird die Reservierungsgebühr verrechnet.

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Viele Frauen ziehen Kleider für besondere Anlässe nur einmal an, sagt Matolcsy. Indem sie ihnen die Möglichkeit gibt, zu leihen statt zu kaufen, trägt sie damit auch zur Nachhaltigkeit bei. Denn auch eine Kleiderspende sei in diesem Kontext nur bedingt sinnvoll: „Bedürftige Menschen können mit solchen Kleidern wenig anfangen. Sie brauchen nützliche und vor allem warme Kleidung. Wenn man die Kleider trotzdem nicht verschwenden möchte, ist ein Verleih eine gute Möglichkeit.“

Die Eigentümerin bietet nämlich auch an, Kleider von anderen Frauen zu verleihen und sie an den Einnahmen zu beteiligen. Bei Bedarf könne das Kleidungsstück wieder zurückgenommen werden. Melanie Matolcsy betont jedoch, dass sie nur Einzelstücke annehme, die auch ihr selbst gefallen und sie keine Unmengen an Kleidung bekommen möchte.

Persönlicher Service wird garantiert

„MyCloset Budapest“ befindet sich im vierten Stock eines Mehrparteienhauses und verfügt nicht über reguläre Öffnungszeiten. Aktuell können Termine über die Facebookseite ausgemacht werden – später soll das aber auch über eine eigene Webseite möglich sein. „Die Kundinnen sollen eine private Möglichkeit bekommen, Kleider anzuprobieren, und eine persönliche Beratung erhalten. Dabei sollen sie nicht gestört werden“, so Matolcsy. Sie versuche außerdem, ihre Kundinnen und deren Bedürfnisse besser kennenzulernen. So könne sie sich verstärkt nach individuellen Kleidern in Abhängigkeit vom jeweiligen Geschmack und Kleidergröße ihrer Kundinnen umschauen. Sie habe bereits Stammkunden und vermiete ungefähr zwei Kleider pro Woche. Matolcsy geht allerdings stark davon aus, dass ihr Geschäft wachsen wird: „Ich möchte hier nicht nur einen Laden eröffnen, sondern auch eine Gemeinschaft etablieren, die Menschen mit gleichen Interessen verbindet.“ Das Vernetzen ihrer Kunden plant die Inhaberin durch Events in ihrem Atelier.

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„MyCloset Budapest“ steckt noch in den Kinderschuhen. Für die Zukunft plant die Inhaberin, einen festen Kundenstamm aufzubauen und eine Webseite zu gestalten. „Auf der Webseite soll jedes Kleidungsstück zu sehen sein. Die Frauen können dann bequem von zu Hause aus stöbern und anfragen, ob das auserkorene Kleid zum gewünschten Zeitpunkt verfügbar sei. Zur Anprobe können sie dann im Atelier vorbeikommen.“ Ein weiterer Plan von Melanie Matolcsy ist auch der Verleih von Kleidern für Mädchen verschiedener Altersklassen. Die Mütter könnten dann zusammen mit ihren Kindern vorbeikommen und sich etwas ausleihen. Der Verleih von Männerkleidung ist für die nähere Zukunft nicht geplant, wird aber von Matolcsy nicht ausgeschlossen.
„MyCloset Budapest“

Budapest, V. Bezirk, Báthory utca 9

Termine nach Vereinbarung unter +36-30-742-7717 oder per Messenger

Weitere Informationen finden Sie auf www.facebook.com/myclosetbudapest/

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