Die deutsche Mannschaft traf sich schon am vergangenen Freitag in Landshut, um zusammen ein letztes Mal zu trainieren und anschließend mit dem Bus am Samstagmorgen in Richtung Budapest aufzubrechen. Dorthin waren die deutschen Spieler von den Ungarn im vergangenen Jahr beim Vier-Nationen-Turnier in Ravensburg eingeladen worden. In Budapest angekommen, wurde nach der langen Busfahrt das Hotel bezogen und mit der ungarischen Mannschaft zu Abend gegessen. Am Sonntag besichtigte man dann eine Leitstelle der ungarischen Polizei.

Dániel Rencz ist für die ungarische Antiterroreinheit TEK tätig und war unter anderen für die Organisation des Treffens verantwortlich. Im Gespräch mit der Budapester Zeitung berichtete er: „Der Besuch bei der ungarischen Leitstelle kam bei den deutschen Kollegen sehr gut an. Das Interesse an unserer Arbeit war sehr groß, es wurden viele Fragen gestellt und gab interessante Gespräche.“

Der Sport im Fokus

Im Mittelpunkt des Treffens der beiden Sportmannschaften stand aber das Freundschaftsspiel am Sonntag. Es waren rund 120 Zuschauer gekommen, um sich die Eishockeypartie der Polizisten anzuschauen. Am Ende setzten sich die Ungarn durch und gewannen 5:2. Der Trainer der deutschen Mannschaft, Thomas Keller, Polizeihauptkommissar bei der Autobahnpolizei Freising, fasste im Anschluss zusammen: „Im ersten Drittel mussten wir uns erst in das Spiel hineinfinden, so kam es auch zu den zwei Gegentoren. Im zweiten Drittel kämpften wir uns zurück ins Spiel und es gelang der Anschlusstreffer. Das dritte Gegentor kassierten wir im letzten Drittel, da ein Mitspieler auf die Strafbank musste und so die Leistung nicht mehr gehalten werden konnte. Nach diesem Treffer waren die Ungarn dann hochmotiviert und konnten zwei weitere Tore erzielen. Am Ende haben wir noch einmal gekämpft und konnten ein letztes Tor für uns verbuchen – für den Sieg hat das allerdings nicht gereicht.“ Der Ärger aufseiten der Deutschen hielt sich jedoch in Grenzen. Viele sprachen von einem fairen Spiel mit ausgeglichener Leistung. Besonders stark sei jedoch der Torwart der Ungarn gewesen, so Keller.

Nach einem kurzen Frust über die Niederlage war die deutsche Mannschaft daher auch wieder gut gelaunt. Der Budapester Zeitung erzählte Spieler Ingo Dungs vom Landeskriminalamt Düsseldorf: „Natürlich geht es vor allem um den Spielspaß und nun freuen wir uns auf das Meisterschaftsspiel zwischen dem ungarischen Verein MAC Újbuda und der slowakischen Mannschaft HC 07 Detva.“ Beide Polizeimannschaften blieben, um sich das direkt im Anschluss am gleichen Ort stattfindende Profispiel gemeinsam anzusehen. Danach ging es zu einem gemeinsames Abendessen auf dem Restaurantschiff Columbus.

Budapester Flughafen unterstützt die Veranstaltung

Das Spiel und das Abendessen am Sonntag wurden vom Betreiber des Budapester Franz-Liszt-Flughafens finanziert. In seinem Bekanntenkreis hatte René Droese, verantwortlich für das Property Management und Development der Budapest Airport Zrt., von dem geplanten Treffen erfahren und fand die Veranstaltung sofort unterstützenswert: „Für uns als Flughafen ist eine gute Zusammenarbeit mit der Polizei sehr wichtig. Außerdem unterstützen wir als Einrichtung mit internationalem Fokus gerne die Pflege der Freundschaft zwischen Ungarn und anderen Ländern.“

Zwei Mannschaften, eine Leidenschaft

Die Polizei-Eishockeyteams hätten sich schon vorher sehr gut verstanden, so Dániel Rencz. Das sei auch einer der Gründe für die Einladung nach Ungarn. Außerdem könne man gemeinsame Freundschaftsspiele durch die geografische Nähe leicht realisieren. Ingo Dungs fügte hinzu: „Die deutsche und die ungarische Nationalmannschaft spielen darüber hinaus ungefähr gleich stark. Daher sind die Spiele immer spannend.“ Bei der letzten Begegnung der beiden Mannschaften in Ravensburg gingen übrigens die deutschen Polizisten als Sieger vom Eis.

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Dániel Rencz mit der Nummer 87 war von ungarischer Seite maßgeblich am Zustandekommen des Freundschaftsspiels beteiligt und beim Spiel für zwei der fünf ungarischen Treffer verantwortlich. Beruflich ist der sehr gut Deutsch sprechende Hauptmann für die Antiterroreinheit TEK tätig.

Anders als beispielsweise die deutsche Polizeifußball- oder Handballmannschaften werde die Polizei-Eishockeymannschaft übrigens nicht vom Staat subventioniert. Alle Spieler zahlen die Ausrüstung, die Fahrten und die Unterbringung selbst und nehmen sich sogar Urlaubstage, um an Spielen teilnehmen zu können. Viele sind zusätzlich Mitglieder in anderen Eishockeyvereinen.

Bei den Ungarn gebe es da bessere Voraussetzungen, so Rencz. „Wir können Anträge einreichen und bekommen so manchmal Ausrüstungsgegenstände gestellt. Außerdem werden wir für die Spiele meistens vom Dienst frei gestellt.“ Positiv ist auch, dass es in Ungarn einfacher sei, alle Spieler zum Training zusammenzubekommen, da es nur eine Nationalmannschaft gebe. In Deutschland existierten im Polizeieishockey zusätzlich noch Bundes- und Bezirksmannschaften. Im Rahmen der Nationalmannschaft könne daher nicht so häufig trainiert werden.

Die Rückmeldungen von Mitgliedern beider Mannschaften waren durchweg positiv. Es seien bereits weitere Treffen geplant. Im September sind die Ungarn zum nächsten Freundschaftsspiel nach Deutschland eingeladen. Weitere deutsch-ungarische Begegnungen wird es möglicherweise bei der nächsten Polizei-Eishockeyweltmeisterschaft und bei den Olympischen Spielen der Polizei geben.

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