In Pécs füllten die Demonstranten den Hauptplatz der Stadt; die Gewerkschafter riefen die Arbeitnehmer auf, sich zu organisieren. Die Regierung wolle alle zu Sklaven in einem Land machen, das Lőrinc Mészáros als seinen Privatbesitz auffasse. In Tatabánya meinten die Redner übereinstimmend, die Proteste handelten längst nicht mehr nur vom sog. Sklavengesetz. Die Normalität sei in Gefahr, wenn bereits die Schule todmüde Kinder „produziere“ – die Sklaven von morgen. Der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes MASZSZ, László Kordás, erinnerte an eine Kundgebung von Bergarbeitern im Jahre 1919: „So wie die Bergleute vor hundert Jahren in dieser Stadt für den Achtstundentag und ein würdiges Leben demonstrierten, tun wir es ihnen heute gleich“, erklärte er die Wahl des Schauplatzes. Laut MASZSZ gab es am Samstag Protestaktionen in 30 ungarischen Städten sowie in 10 westeuropäischen Städten, wo sich jene versammelten, die von der Orbán-Regierung außer Landes getrieben wurden.

Demonstrationen sowie halbseitige Straßenblockaden fanden u. a. in Miskolc, Debrecen, Nyíregyháza, Békéscsaba, Keszthely, Szekszárd und Zalaegerszeg statt. Regierungssprecher István Hollik sieht in den Demonstrationen den Beginn des Europawahlkampfes. Auf einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag sagte er: „Es ist mehr als offensichtlich, dass die Modifizierung des Arbeitsgesetzbuches nur als Vorwand dient.“ Bedauernswert sei nur, dass manche Gewerkschaften der Kampagne der Einwanderungsfreunde assistierten.

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