Mehrere tausend Demonstranten zogen vom Heldenplatz (Foto) durch die Innenstadt vor das Parlament. Dort vereinten sie sich mit einer Studenten-Demonstration und weiteren Gegnern der Orbán-Regierung, die den Marsch auf dem Kossuth tér erwarteten. Gewerkschaftsvertreter riefen zum Streik auf, der Chef des Gewerkschaftsbundes MASZSZ, László Kordás, verlas vier Punkte (Annullierung des „Sklavengesetzes“, korrekte Löhne, ein faires Streikrecht und bessere Arbeitsbedingungen), die von der Regierung erfüllt werden müssten – andernfalls soll am 19. Januar, dem Samstag in zwei Wochen, ein landesweiter Ausstand folgen. Die Punkte werden dem Ministerpräsidenten am Dienstag übergeben, dann habe die Regierung 5 Tage Zeit, eine Verhandlungsdelegation aufzustellen.

Die Politiker hielten an der Erfüllung ihrer fünf Forderungen fest, sprachen von einer neuen politischen Wende, der Notwendigkeit des Beitritts zur Europäischen Staatsanwaltschaft. Der DK reiche es nicht mehr, wenn Orbán das Überstundengesetz zurücknimmt; die Partei von Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány will rebellieren, bis das komplette System gestürzt ist. Die LMP schlug für diesen Mittwoch Konsultationen aller Gewerkschaften und Parteien vor, um ein neues AGB vorzubereiten. Die Jobbik forderte, nicht Orbán, sondern das Volk solle – im Rahmen eines Referendums – über das „Sklavengesetz“ befinden. Die MSZP rief auf, die Einheit der Opposition zu bewahren, um bei den Wahlen zum Europaparlament sowie bei den Kommunalwahlen im Herbst jeweils einer gegen einen anzutreten.

Parallel kam es auch in anderen Städten des Landes zu Demonstrationen, so in Debrecen, Esztergom, Szolnok und Békéscsaba. In Szeged fand bereits am Donnerstagabend eine Demonstration statt, am Freitag folgten u. a. Pécs, Szombathely und Gödöllő.

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