Am 18. November 2011 hatten der Justizminister, der Präsident des Staatlichen Rechnungshofes (ÁSZ), der Präsident des Obersten Gerichts und der Generalstaatsanwalt eine Erklärung unterzeichnet, künftig abgestimmt und effizient gegen die Korruption vorzugehen. Dieser Vereinbarung schlossen sich 2012 die Landesgerichtsbehörde (OBH), 2014 das Innenministerium sowie 2016 die Behörde für öffentliche Auftragsvergaben (KBH) und die Ungarische Nationalbank (MNB) an. Pintér schrieb der Bildung einen hohen Stellenwert bei der Zurückdrängung der Korruption zu, damit „die heranwachsende Generation frei von solchen Gedanken“ sei. Demnächst werden die Kommunalverwaltungen von der „Versuchung“ befreit, indem die Verwaltung ihrer Ausgaben in ein transparentes nationales Cloud-System gelangt. Auch die Trennung von Sachbearbeitern und Klienten etwa bei Verkehrsdelikten oder im elektronischen Straßenfrachtkontrollsystem (EKÁER) habe Bestechungsversuche ausgeschlossen.

Die Opposition kann die Propaganda der Orbán-Regierung über die Antikorruptions-Erfolge naturgemäß nicht gutheißen. Gerade am Wochenende demonstrierten der unabhängige Abgeordnete Ákos Hadházy und mehrere 100 Anhänger vor dem Hauptgebäude des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, weil es dort kein Thema sei, dass mittlerweile 270.000 Unterschriften für Ungarns Beitritt zur Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO) gesammelt wurden. Der Fidesz möchte die Hoheit über Verfahren auf keinen Fall abgeben – die von der Regierung kontrollierte Staatsanwaltschaft weist heute praktisch jede Empfehlung des OLAF mit Hinweis auf Korruptionsverdacht als unbegründet zurück.

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