Diese Möglichkeiten sollten in den Kollektivverträgen von den Tarifparteien vereinbart werden. Die Fidesz-Abgeordneten Kristóf Szatmáry und Lajos Kósa hatten den Gesetzentwurf im Parlament eingereicht, wonach der Arbeitszeitrahmen von 1 auf 3 Jahre und die Überstunden von 250-300 Stunden auf 400 Stunden ansteigen können. Bei einem Großteil der Arbeitgeber besteht jedoch kein Bedarf danach, und nur für einen kleinen Kreis würde diese Erleichterung hinsichtlich des Arbeitskräftemangels Vorteile mit sich bringen. Die Anhebung auf 400 Überstunden würde zudem eine zu hohe Arbeitsbelastung der Mitarbeiter und schädliche Auswirkungen auf ihre Gesundheit nach sich ziehen.

Kósa selbst rechtfertigte sich nach den Verhandlungen mit den Gewerkschaftsvertretern am Mittwoch, dass man lediglich die bürokratischen Barrieren abbauen wolle, damit jene, die mehr arbeiten wollen, dies künftig auch tun können. Die Überstunden seien nur mit Zustimmung der Arbeitnehmer möglich. Er verstehe die ganze Aufregung nicht, da die Hauptregelung einer 5-Tage-Woche mit 40 Arbeitsstunden bei zwei Erholungstagen bestehen bleibe. Zudem verwies er darauf, dass die Überstunden-Obergrenze in der EU gegenwärtig bei 416 Stunden liege.

Bis in die Nacht debattierten die Parteien am Dienstag im Parlament über diesen Gesetzentwurf; die Opposition wollte die Debatte bis zum Morgen fortführen, doch die Beratung wurde abrupt durch Sitzungsleiter Sándor Lezsák (Fidesz) abgebrochen. Zuvor hatte er mehreren Oppositionsrednern einfach das Wort entzogen. Die Opposition kündigte für den 8. Dezember eine Demonstration an.

Derweil protestierte auch die Unabhängige Gewerkschaft der Audi Hungaria mit einem „Nein, danke 2.0!“ gegen den Überstunden-Gesetzentwurf. Sie ist nicht die einzige Arbeitnehmervertretung, die ihr Missfallen dagegen ausdrückte. Zu Wort meldeten sich bereits der Gewerkschaftsbund MASZSZ, die Liga-Gewerkschaften, der Landesverband der Arbeiterräte, der Landesverband der Verkehrsgewerkschaften, die Metallergewerkschaft (Vasas), die Gewerkschaft der Ungarischen Ärzte und die Freie Gewerkschaft der Eisenbahner.

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