Christoph Hofmann, Leiter des Geschäftszweiges für Agrarlösungen bei der BASF Hungária Kft., hob zu Beginn der Veranstaltung hervor, dass die Konferenz zu einer Plattform heranwachsen möchte, auf welcher die verschiedenen Beteiligten (Regierung, Erzeuger und Industriezweige) über die Fragen bezüglich der Zukunft in der Landwirtschaft diskutieren können. „Ein ganzheitlicher Ansatzpunkt bei der Nachhaltigkeit ist unerlässlich, wenn wir über die Landwirtschaft sprechen“, so Hofmann. Die Landwirtschaft könne nur dann als nachhaltig betrachtet werden, wenn bei den Entscheidungen Umweltaspekte, gesellschaftliche und wirtschaftliche Gesichtspunkte gleichermaßen zur Geltung kommen.

Präzisionslandwirtschaft und Digitalisierung

Der primäre Schirmherr der Veranstaltung, Dr. Zsolt Feldman, Staatssekretär im Agrarministerium, hob in seiner Eröffnungsansprache hervor, dass als einer der Schlüssel für das Erreichen einer wirtschaftlich lebensfähigen, effizienten und mit ihren Ressourcen nachhaltig wirtschaftenden landwirtschaftlichen Produktion die Präzisionslandwirtschaft und die Digitalisierung betrachtet werden könne. „In den letzten Monaten ist klar geworden, dass wir die in den vergangenen Jahren hervorgebrachten Ergebnisse in der ungarischen Landwirtschaft auf eine höhere Stufe heben möchten, denn wenn wir uns mit den westeuropäischen Staaten vergleichen, stehen uns noch immer viele abzuarbeitende Aufgaben bevor“, so Feldman. Mit der Herausbildung eines stabilen Markt- und Kooperationsumfeldes könne man zwar kurzfristig Hilfe leisten, mittelfristig könne jedoch nur eine nachhaltige Landwirtschaft als Lösung gelten. „Bei den Fachdiskussionen rechnen wir mit jedem: jedes Unternehmen hat seine Möglichkeiten und Verantwortlichkeiten, um zu einer wissensbasierten Landwirtschaft beizutragen, woraus eine höhere Produktionsrate mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck resultiert“, unterstrich Feldman.

Nachhaltigkeit

In diesem Jahr nahm auch Róbert Zsigó, für Food Chain Management verantwortlicher Staatssekretär, an der Konferenz teil, und stellte die wichtigsten Elemente und Aktualitäten der Strategie für die Sicherheit in der Lebensmittelkette vor. „Die Auswahl des Veranstaltungsortes ist eine wichtige Botschaft für uns, hierbei fällt mir die geistreiche Bemerkung von Lajos Kossuth ein: Man muss das Leben hinein in die Wissenschaft bringen, damit man die Wissenschaft hinaus in das Leben bringen kann“, eröffnete Zsigó. Laut eigenem Bekenntnis entwickle BASF „Chemie für eine nachhaltige Zukunft“, dies sei ein Grund für Zuversichtlichkeit, weil Nachhaltigkeit inzwischen nicht mehr nur für Staaten als eine wichtige Angelegenheit gelte, sondern auch die Industrieteilnehmer deren Wichtigkeit erkannt hätten.

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Dr. Thomas Narbeshuber, Geschäftsführer der BASF Hungaria Kft.: „Innovation machte BASF zu einem führenden Chemieunternehmen.“ (Foto: Dóra Fogarasi)


„Die viel besagte Devise der Nachhaltigkeit erwartet also keine obligatorische Selbstbeschränkung, sondern wertsteigernde Innovationen.“ Heutzutage könne nicht mehr in Frage gestellt werden, dass die Zukunft nur durch einen nachhaltigen Agrarbereich gewährleistet werden kann, und zwar mit integriertem Pflanzenschutz, mit der sinnvollen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, mit umweltschonenden Methoden und alternativen Technologien. „Die heutige Konferenz ist richtungsweisend und vermittelt Impulse in der Innovation, das heißt, sie bringt die Wissenschaft hinaus in das Leben“, so Zsigó.

Triebkraft der europäischen Wirtschaft

Dr. Thomas Narbeshuber, Geschäftsführer der BASF Hungária Kft. und BASF-Leiter für die Region Mittel- und Osteuropa, erklärte: „Innovation machte BASF zu einem führenden Chemieunternehmen, und heute hat BASF einzigartige Ressourcen und Möglichkeiten in der Chemieindustrie.“ Außer über die Themen Innovation und Digitalisierung sprach er zu den Versammelten auch über die neue Strategie bei BASF, und über die Bedeutung der Visegráder Kooperation. „Auch weiterhin formen und fördern wir die für eine nachhaltige Landwirtschaft geführten Diskussionen. Wir tun alles für die Unterstützung der Erzeuger, und dafür, dass wir den zukünftigen Generationen ein positives Erbe hinterlassen. Wir bemerken, dass die Rolle Ungarns und der anderen V4-Staaten innerhalb der Europäischen Union wächst.“ BASF sei ein engagierter Partner der Visegráder Länder. Das Potenzial der Region könnte durch nichts besser belegt werden, als durch das ausländische Betriebskapital, welches in außergewöhnlichem Umfang hierher strömt. „Dies kann in Zukunft auch die Triebkraft der europäischen Wirtschaft sein, insbesondere nach dem Brexit“, ist Narbeshuber überzeugt.

Kampf gegen gefälschte Pflanzenschutzmittel

Einer der hervorgehobenen Blöcke dieser Konferenz wurde den Maßnahmen gegen die Fälschung von Pflanzenschutzmitteln gewidmet. Seitens der Regierung sprach Dr. Lajos Bognár, stellvertretender Staatssekretär des Agrarministeriums, über die juristischen Rahmenbedingungen. Konkret äußerte er sich zur Arbeit der Direktion für besondere Angelegenheiten bei der ungarischen Landesbehörde für Sicherheit in der Lebensmittelkette (NÉBIH), sowie der Arbeit des ungarischen Landesgremiums gegen Fälschungen „Hamisítás Elleni Nemzeti Testület”.

Dabei betonte er, dass es das Ministerium für eine seiner wichtigsten Aufgaben halte, auf die Spur von gefälschten Pflanzenschutzmitteln zu kommen, und solche vom Markt zu nehmen. „Der weltweite Handel mit gefälschten und illegalen Pflanzenschutzmitteln nimmt zu. Die von organisierten Verbrechergruppen hergestellten und in immer größeren Mengen auf den Markt gebrachten gefälschten und illegalen Pflanzenschutzmittel sind eine echte Gefahr für die Landwirte, für die Umwelt, für die Wirtschaft und nicht zuletzt auch für die Gesundheit der Verbraucher“, so Bognár.

Technologische Risiken verstehen

Paul Leonard, globaler Direktor für Staats- und Regierungsangelegenheiten des Geschäftszweiges für Agrarlösungen bei BASF, gab in seiner Präsentation einen Überblick über die Themenbereiche Innovation, Prophylaxe und Nachhaltigkeit. „Innovation ist wichtig für das Erreichen einer nachhaltigen Landwirtschaft, um die Wirtschaft zu neuem Leben zu erwecken und die Nachhaltigkeit zu bewahren“, so Leonard. Er hob hervor, dass technologische Innovationen Risikobereitschaft erfordern und auf Unsicherheiten basieren. In der Politik müsse eine Methode dafür gefunden werden, um die technologischen Risiken zu verstehen und zu verringern.

Die Unberechenbarkeit der Witterung, die Schwierigkeiten bei der Schädlings- und Unkrautbekämpfung, die Preisschwankungen auf dem Markt, die Engpässe bei natürlichen Ressourcen, und die Überbevölkerung der Erde gelten als ernsthafte Herausforderungen für die Landwirtschaft. „Durch diese Herausforderungen wird das Unternehmen BASF dazu angespornt, seine engagierte Arbeit im Bereich der Entwicklung von innovativen Lösungen fortzusetzen, und den Landwirten bei der Erfüllung des steigenden Lebensmittelbedarfs der Bevölkerung behilflich zu sein“, schloss Leonard.

Konversation

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