Die Sektkellerei Royalsekt kann im Rahmen von Gruppenführungen besichtigt werden, was vor allem von Weinbauschülern gerne genutzt wird. „Aber auch Besuchergruppen, die nur einfach einmal ‚reinschnuppern‘ möchten, sind nach Anmeldung herzlich willkommen“, unterstreicht Senior Customer Relations Managerin Frau Szabó Tamásné.

Größte ungarische Sektkellerei

Bei Royalsekt handelt sich um die größte Sektkellerei Ungarns, die sich vollständig in ungarischem Besitz befindet. Sie liegt zentral in der Donau-Weinbauregion, einer der größten Weinanbauregionen des Landes. Die Firma bewirtschaftet etwa 28.000 Hektar und beschäftigt knapp 300 Mitarbeiter. Es werden ausschließlich ungarische Ausgangsprodukte verwendet.

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Bereits 1972 wurde die Kellerei als Wein- und Sektfabrik der Stadt Izsák gegründet. Man produzierte auch für den Export. Hauptabnehmer war damals die Sowjetunion, die in Spitzenzeiten jährlich sechs Millionen Flaschen abnahm. Nach der Wende wurde der Export verringert, der Ostmarkt brach so gut wie vollständig weg. Heute wird mit sieben bis acht Millionen Flaschen fast ausschließlich der ungarische Markt bedient, wobei etwa 15 Millionen Flaschen bei Royalsekt eingelagert sind.

Mit der Wende gingen einige Besitzwechsel einher, unter anderem übernahm zeitweise die Helibor Kft., eine Vereinigung von rund 800 lokalen Weinbauern, die Firma. Der heutige Besitzer kaufte das Unternehmen im Jahre 2009 unter Einbeziehung der Weinbauernvereinigung, die dadurch einen festen Abnehmer für ihre Produkte haben.

Zu den Spitzenprodukten zählt der Muskotály Szent István, der 2011 in Frankreich eine Goldmedaille errang und sich einen Platz unter den zehn weltbesten Sektsorten sicherte. Die Produktpalette wurde durch Hinzuziehung von Subunternehmern erweitert. Zum Produktportfolio gehören neben Erfrischungsgetränken auch der von der Kunság Drink Kft. vertriebene Energydrink „Adrenalin“.

Von der Traube zum perlenden Genuss

Zunächst werden die Trauben per LKW angeliefert und im Waschhaus maschinell von den Stängeln getrennt. Durch Lufthochdruck wird der Saft aus den Trauben gepresst, ein Prozess, der wegen der Restfeuchte, die noch in den Schalen vorhanden ist, zweimal wiederholt wird. Nach der zweiten Pressung werden die Schalen per Luftdruck ausgeblasen, auf Halde gelagert und wieder der Landwirtschaft zugeführt.

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Der Abfüllprozess läuft vollautomatisch ab.

Der entstandene Most wird über ein Rohrleitungssystem ins Gärhaus gepumpt. Wärmetauscher sorgen für die ideale Temperatur, die zwischen 12 und 15 Grad Celsius liegt. Die Gärbehälter sind im Freien aufgestellt, nach oben offen und mit Filtern ausgestattet, so dass die entstehenden Gase entweichen können. Jeder Gärbehälter fasst 1.000 Hektoliter. Nach etwa drei bis vier Wochen wird der gegorene Most ins Kühlhaus gepumpt, wo er in riesigen Behältern bei konstanter Temperatur zwischengelagert wird.

Die Royalsekt-Kellerei verfügt über die größte Weinlagerungsanlage Mitteleuropas, es gibt 32 Behälter, die jeweils 50.000 Hektoliter fassen. Je nach gewünschtem Endprodukt findet bereits in diesen Behältern der Verschnitt unterschiedlicher Traubensorten statt. Nun wird die Vorstufe des Sekts, der „Grundwein“, der Tankgärung zugeführt. Bei der Royalsekt Zrt. gibt es keine Flaschengärung.

Auf dem Gelände gibt es zehn Außentanks mit je 1.000 Hektolitern Fassungsvermögen, in der weiträumigen Halle befinden sich 16 Tanks, die je 60 Hektoliter fassen und 40 Tanks mit einem Fassungsvermögen von je 120 Hektolitern. Alle Behälter sind gut isoliert, um konstante Temperaturen zu gewährleisten. In diesen Tanks findet unter Zugabe von Hefe und Traubenzucker die Endgärung statt, wobei Kohlensäure entsteht. Dieser Prozess verlangt je nach Produkt eine Reifezeit zwischen drei und zwölf Monaten.

Gegen Ende der Reifezeit wird dem Produkt ein Speziallikör zugefügt, der den Zuckergehalt des fertigen Produkts bestimmt. Am Ende der Produktionskette steht die vollautomatische Abfüllanlage. In dieser Anlage laufen die Flaschen in Reih und Glied über ein Fließband in ein geschlossenes System, das die Flaschen erfasst, auf den Kopf stellt und ein Vakuum erzeugt, das den fertigen Sekt in die Flaschen saugt. Anschließend erhalten die Flaschen ihren Korken mit der charakteristischen Kappe. Da die Abfüllung bei nur 5 Grad Celsius erfolgt, schwitzen die Flaschen noch nach und müssen zunächst eine Trocknungsanlage durchlaufen, bevor es zur vollautomatischen Etikettierung geht.

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In riesigen Behältern wird der Grundwein gelagert.


Die Verpackung in die jeweils sechs Flaschen fassenden Kartons erfolgt ebenfalls vollautomatisch. Die fertigen Kartons werden jedoch per Hand vom Band genommen und auf den bereitstehenden Paletten gestapelt. Von hier aus gehen die Produkte zu den Zwischenhändlern, zu den großen Weinhandlungen und den Einzelhandelsketten.

Die Produkte

Eine Auswahl kann im Rahmen einer Führung im liebevoll gestalteten und stilecht dekorierten Gewölbekeller probiert werden. Der Weg dorthin führt an gigantischen Holzfässern vorbei, die allerdings nur noch zu Ausstellungszwecken aufgestellt sind. Bei der Verkostung mit dabei ist natürlich die Hausmarke Szent István, die kürzlich ihr zehnjähriges Jubiläum feiern durfte und in mehreren Prädikatsstufen verfügbar ist. Diese Sorte ist unter anderem als trocken, halbtrocken, lieblich, als Rosé und sogar als alkoholfreier Sekt zu haben. Der Szent István wird übrigens schon seit den Anfängen der Firma produziert. Lediglich sein Name änderte sich im Laufe der bewegten Firmengeschichte mehrfach.

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Ein weiterer Renner ist der Szovjetszkoje, der trocken, aber angenehm mit leichter Fruchtnote daherkommt. Besonders stolz ist man auf Produkte, die aus der Rebsorte Sárfehér gewonnen werden, denn dies ist eine Rebsorte, die nur regional in der Gegend um Izsák angebaut werden darf. Aus der Pinot Noir hingegen entsteht wiederum der Szent István Rosé, der einen hohen Säuregehalt aufweist und mit ausgesprochen leichtem und spritzigen Charakter überzeugt.

Weitere Infos zur Sektkellerei und ihren Produkten finden Sie unter www.royalsekt.hu

Tipp:

Wenn Sie nun ein bisschen neugierig auf die Produkte der Royalsekt Zrt. geworden sind, dann können Sie auch der Red N' Café&Champagne Bar in Budapest am Vörösmarty tér 2 einen Besuch abstatten. Neben Cocktails und Gebäck erwartet Sie dort eine reiche Auswahl an qualitativ hochwertigen Produkten von Royalsekt.


Walton-Sekt begeisterte Walton

Vor der Wende hieß die Firma schlicht Hungaro Pezsgő, also deutsch: Hungaro Sekt. Nach der Wende wurde von einem Konsortium ab etwa 1996 der Name „Walton Sekt“ festgeschrieben. Als im Jahre 1998 ein begüterter Amerikaner namens Walton heiraten wollte, war er begeistert, einen Sekt mit seinem Namen vorzufinden und orderte 100 Flaschen Walton-Sekt für seine Hochzeit in Amerika.

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