Schon im Herbst 2015 – als Hunderttausende illegaler Einwanderer durch die Lande zogen, und dabei sowohl auf die Rechte der vor Ort ansässigen Bevölkerung als auch auf die eigenen Verpflichtungen pfiffen – standen viele Fragen im Raum. Aber solange die Mehrheit der Bevölkerung in ihrem Schockzustand nicht wagte, die logischen Antworten auszusprechen, da selbst das Formulieren von ebenso logischen Fragen schon als abtrünnig empfunden wurde, hallten Schreie falscher Propheten und von Scheinzivilen durch die europäischen Medien.

Unveränderte Absichten der EU

Seitdem ist viel Wasser die Donau hinuntergeflossen. Dennoch haben wir das Gefühl, dass sich an den Absichten der EU nichts geändert haben, vielleicht hat sich nur der Anteil verdeckter und offener Positionierungen verändert, wodurch das Bild klarer wurde, aber keineswegs heiterer oder gar ermutigender.

Auch an Symbolen mangelte es nicht. Die für Geschichtswissen Sensibleren starrten befremdet auf den gemeinsamen Streckenabschnitt der M1- und M7-Autobahn, wo im Sonnenuntergang Hunderte von knienden, unbekannten Landbesetzern surreal ihr Gebet verrichteten. Anstatt über den Verkehrsstau im Herzen Europas zu berichten, füllten die Bilder von Muslimen, die Allah dankten, die Medien. So symbolträchtig die Rede von Angela Merkel nach dem blutigen Anschlag vom 19. Dezember 2016 auf einen Berliner Weihnachtsmarkt auch war, warten wir seitdem jedoch vergebens darauf, dass sie den offensichtlichen Zusammenhang zwischen Terrorismus und illegaler Migration nun endlich zugeben würde. Sie tat hingegen genau das Gegenteil davon.

Es bereitete Magenschmerzen ihre Positionierung zu hören, dass es keine Verbindung zwischen Einwanderung und Terror gäbe, nachdem in Paris begleitet von Allah-Rufen 112 Menschen in der Konzerthalle Bataclan und weitere 38 an verschiedenen Orten von illegalen, muslimischen Einwanderern und nicht integrierbaren Mitgliedern der dritten Generation niedergemetzelt wurden. Und wieviele seitdem noch! (…)

Gefährliches Fahrwasser

Die politische Elite steuert in gefährliches Fahrwasser, wenn sie beginnt, ihre eigenen rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen unter sehr merkwürdigen Gesichtspunkten außer Kraft zu setzen und abzubauen. Und wenn es bald weitere Probleme geben wird – was jetzt schon absehbar ist –, dann gibt es kein Zurück mehr.

Es scheint, als würde die EU-Führung selbst die einfachsten Fragen falsch beantworten. So antwortet sie auf illegale Migration nicht mit Grenzschutz und Abschiebung, sondern verstrickt sich in eigenartige und unrealistische Erklärungen, um diese zu legitimieren. Aber der humanitäre Deckmantel ist ausgefranst. Die westeuropäischen Gesellschaften sind zudem immer weniger dazu bereit, neue Einwanderer aufzunehmen, da sie zu Recht der künstlich erzeugten Gewissensbisse müde sind.

Aber stimmt es wirklich, dass nur von falschen Antworten einer dilettantischen Führung die Rede ist? Denn auch Dilettantismus führt - freilich zufällig - zu richtigen wie auch falschen Antworten. In unserem Fall kann man jedoch bezüglich der falschen Antworten in Hinsicht auf die europäische Bevölkerung ein eindeutiges Konzept entdecken. Aber wem nützt das alles? – können wir nur immer wieder fragen.

Cui bono?

Udo Ulfkotte verweist in seinem Buch „Die Asyl-Industrie“ auf eine Reihe von direkten Nutznießern rund um die illegale Migration. Douglas Murray analysiert eher die mentalen Aspekte europäischer Gesellschaften und weist in seinem Buch „Der Selbstmord Europas“ auf den sich daraus ergebenden Schneeballeffekt hin. Die Frage ist sicherlich komplex, aber wenn wir das Gesamtbild betrachten, dann können wir über die Gesellschaften hinaus hinter der politischen Elite eine einzige, kleine Gruppe ausmachen, für die der schnelle Bevölkerungszuwachs der Europäischen Union gut ist, weil er guten Profit bringt.

Das globale Großkapital motiviert und beeinflusst kaum etwas anderes als der Profit. Geld und Macht, diese beiden Faktoren haben schon immer die Welt der Menschen bestimmt. Heute wird diese Welt vom Großkapital mittels gekaufter Politiker gelenkt. (…) Der sinkende Konsum eines alternden Kontinents mit einer annehmenden Bevölkerungszahl verärgert die Großunternehmen natürlich. Daraus ergibt sich für sie, dass neue Verbraucher hermüssen. Die Konsumgüter sollten außerdem möglichst kostengünstig hergestellt werden. Also bedarf es eines ständigen Lohndrucks nach unten - eine nette Begleiterscheinung der Masseneinwanderung.

Warum sollte man Einkaufszentren in den Regionen der dritten Welt errichten, wenn man die Verbraucher einfach in die erste Welt holen kann? Außerdem gibt es in der Dritten Welt kaum Kaufkraft zum Abschöpfen. Wenn es allerdings gelingt, die Menschenmassen mit Hilfe von NGOs und Menschenschmugglern – die ebenso zu den Nutznießern der Migrationsströme zählen – in die EU zu bringen, dann stellt auch das kein Problem mehr dar, denn die ansässigen Steuerzahler werden finanziell schon für die Neuankömmlinge sorgen. Und wenn auch das nicht ausreicht, dann werden halt Kreditkarten verteilt.

Die Geldgier der globalen Großunternehmen

Alles dreht sich um einen möglichst gewinnbringenden Konsum. Eine schwindende, alternde Gesellschaft konsumiert nicht in solchen Mengen und nicht in so einem breiten Spektrum wie ein sich reproduzierender, junger Erwachsener; egal, ob es sich um den Konsum eines Produkts oder einer Dienstleistung handelt. Auf diese Weise unterliegt aber unsere Politik, unsere Kultur, unsere Sicherheit und unsere Zukunft der unstillbaren Geldgier der globalen Großunternehmen.

Aus dem Ungarischen von Anita Weber.

Die Autorin ist Journalistin. Der Artikel erschien 9. November auf dem Portal der Regierungszeitung Magyar Idők.

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