Der Knackpunkt ist, dass es von jenen „ungarischen Müttern“, die das Gebären von Enkeln als Vaterlandspflicht und höchstes zu erreichendes Gut betrachten – wie Parlamentspräsident László Kövér einmal sagte –, heute nur noch relativ wenige zu geben scheint. So wenige sogar, dass man für das Bild, das das Begleitschreiben zur Nationalen Konsultation illustriert, auf eine russische Dame zurückgreifen musste.

Das Nachrichtenportal 444.hu schaute genauer hin und stellte fest, das Stockfoto stammt vermutlich aus dem Portfolio einer russischen Fotografin. Hat sich in Ungarn denn wirklich niemand gefunden, der sich für dieses nationale Spektakel ablichten lassen wollte? Am Geld dürfte es sicher nicht gelegen haben, lässt sich die Regierung ihre Konsultationen doch stets jede Menge kosten. Plus: Vor einigen Wochen begann offiziell das „Jahr der Familien“, in dem die Regierung weder Kosten noch Mühen scheuen wird, um die Ungarn zur Vermehrung anzuhalten.

Gleich zwei Websites, www.csalad.hu und www.csaladokeve.hu, halten Informationen für Familiengründer bereit. Und auch für Werbespots reicht das Budget: So bekommen junge Ungarn jetzt im Fernsehen und Kino von ebenso jungen, agilen und bereits mit Kindern gesegneten (vermeintlichen) Ungarn erklärt, dass weder die zu kleine Wohnung noch die Panik vor Schlafmangel Hindernisse sind, wenn es ums Kinderkriegen geht. Wie genau die Regierung den Familien letztlich helfen will, bleibt in diesem Spot allerdings ein Geheimnis.

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