In seinem Grußwort betonte der Gesandte der Deutschen Botschaft, Klaus D. Streicher, die hohe Bedeutung des Agrarsektors für beide Länder. So ist Ungarn für Deutschland einer der wichtigsten Agrarhandelspartner und führt jedes Jahr Waren im Wert von mehr als 1,3 Milliarden Euro nach Deutschland aus. Dies trägt auch zur positiven Außenhandelsbilanz Ungarns bei, so der deutsche Diplomat.

Brückenbauer zwischen Deutschland und Ungarn

DUG-Vizepräsident Dr. Gerhard Papke nutzte die Gelegenheit, um vor allem dem Initiator dieses Preises, Prof. Dr. Jan Lelley ausführlich vor dem voll besetzten Auditorium zu danken. Lelley war über viele Jahre hinweg nicht nur ebenfalls Vizepräsident der DUG, sondern gehört darüber hinaus zu den bedeutendsten Pilzforschern in ganz Europa und hat darüber in zahlreichen Werken auch veröffentlicht. Papke bezeichnete Lelley als „wahren Brückenbauer“ zwischen beiden Ländern und unterstrich, dass die nunmehr erfolgte 13. Preisverleihung auch die Kontinuität sowie die Nachhaltigkeit dieses Preises betonte.

Im Anschluss hatten die Preisträger die Möglichkeit, ihre Arbeiten vorzustellen. In der Masterkategorie erhielt Mónika Gombási den Preis für ihre Arbeit mit dem Titel „Untersuchung des Bodenwasserhaushaltes und der Biomasseproduktion von neuen Pappelklonen in Klonexperimenten“. Was sich auf den ersten Blick sperrig anhört hat jedoch einen hohen wirtschaftlichen Nutzen. Denn es geht darum, dass der Möbelhersteller IKEA in der Slowakei 4.000 Hektar Pappelwald für die eigene Möbelproduktion anpflanzen möchte und hierzu über Standortfaktoren wie Kälteverträglichkeit, Wachstum und andere Parameter wissen möchte.

Völlig neues Messverfahren im 3-D-Bereich

Auch die Arbeit in der Promotionskategorie von Dr. Zsolt Molnár hat einen hohen wirtschaftlichen Aspekt. Der Preisträger hat ein Verfahren zur Rauhheitsmessung von Holzoberflächen entwickelt. Dies ist insofern von hoher Relevanz, als dass aus Umweltschutzgründen heutzutage wasserbasierten Oberflächenbehandlungsmitteln der Vorzug vor lösungsmittelbasierten gegeben wird. Der Preisträger zeigte hier nicht nur die Probleme auf, sondern konnte auch ein völlig neues Messverfahren im 3-D-Bereich entwickeln.

Die beiden Preise, welche jeweils mit einem Preisgeld von 1.000 Euro für die Masterarbeit und 2.000 Euro für die Promotion versehen sind, wurden anschließend im Beisein der Gutachter sowie dem Vorsitzenden der Agrarwissenschaftlichen Abteilung der Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Tamás Németh übergeben. Lelley dankte den Mitgliedern des Gutachterausschusses sowie den zahlreichen Mitgliedern des Präsidiums der DUG, welche nach Budapest gekommen waren und lud anschließend zu einem Empfang ein.

Vertiefen konnten die Preisträger die Gespräche am Abend bei einem feierlichen Abendessen, bei dem auch der deutsche Botschafter Volkmar Wenzel zu Gast war.

Konversation

WEITERE AKTUELLE BEITRÄGE
Ungarn-Kroatien

Engere Zusammenarbeit der Energiemärkte

Geschrieben von BZ heute

„Die Errichtung des LNG-Terminals auf der kroatischen Insel Krk liegt in Ungarns Interesse“,…

Mátka im VII. Bezirk

Ungarisch ist wieder cool

Geschrieben von Katrin Holtz

Meine Mutter sagt immer, wenn man nur lange genug wartet, kommt alles irgendwann wieder in Mode.…

„30 Jahre nach dem Mauerfall“ - Gesprächsrunde am Goethe-Institut Budapest

„Der Systemwechsel begann in Ungarn bereits Mitte 1987“

Geschrieben von Nina Barth

Wie sieht es 30 Jahre nach dem Mauerfall in Ungarn aus? Unter anderem dieser Frage wurde bei einer…