Begonnen hatte dieser Festtag für die Bank bereits am Vormittag mit einer Pressekonferenz. Dabei äußerten sich Klaus Windheuser, Vorstandsvorsitzender und CEO der Commerzbank Zrt., sowie Michael Reuther, Vorstand der Commerzbank AG, sowohl direkt zu ihrer Bank als auch dem wirtschaftlichen Umfeld. „Als Marktführer im deutschen Mittelstand und in der Außenhandelsfinanzierung wollen wir unseren Kunden persönliche Ansprechpartner für ihre Aktivitäten oder auch die ersten Schritte hier in Ungarn bieten“, unterstrich Windheuser in seiner Einleitung.

Weltweite Verbindungen

„Mit der Commerzbank haben die Unternehmen eine seit 1991 in Ungarn aktive Bank, die nachhaltig die Unternehmen im Land begleitet. Wir haben mit dem Commerzbank-Konzern die Verbindung in die Welt. Mit unserer internationalen Aufstellung und Expertise in mehr als 50 Ländern können wir unseren Kunden mehr bieten als viele Wettbewerber vor Ort“, so der CEO weiter. Die Commerzbank habe sich in Ungarn fest in die Wirtschaft und Gesellschaft des Landes integriert. „Etwa die Hälfte unserer Kunden sind ungarische Unternehmen. Die andere Hälfte sind internationale Kunden, von denen die meisten einen deutschen Hintergrund haben.“ Die Commerzbank ist außerhalb von Budapest inzwischen auch in Kecskemét, Győr und Miskolc mit eigenen Filialen vertreten. Von diesen insgesamt vier Standorten aus betreuen derzeit 110 Commerzbank-Mitarbeiter landesweit rund Tausend Kunden. In den kommenden Jahren erwartet Windheuser ein weiteres dynamisches Wachstum seiner Bank. „Die Commerzbank Zrt. ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der ungarischen Wirtschaft und zeichnet sich durch nachhaltiges Wachstum aus. „Wir möchten mit unseren Kunden weiter wachsen“, so Windheuser. Weiterhin möchte seine Bank auch insbesondere beim Ausbau der ungarisch-deutschen Beziehungen eine aktive, vorantreibende Rolle spielen. Für die ungarischen Wirtschaft rechnet der CEO nach einem Wachstum von vier Prozent im vergangenen Jahr in diesem Jahr mit einem Wachstum in einer ähnlichen Größenordnung. Für den Euro- Forint-Kurs geht er von einer Stabilisierung bei rund 325 aus. Dass die ungarische Nationalbank in diesem Jahr mit der Erhöhung des Leitzinses beginnt, hält er für nicht sehr wahrscheinlich. Allerdings gehe er davon aus, dass die MNB die Märkte sehr genau beobachte und wenn es sein muss, sehr schnell reagieren könne und werde.

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Die Fassade der Commerzbank-Zentrale am Donauufer eingebunden in ein speziell für die Jubiläumsfeier geschaffenes Kurz-Musical.
„Die Niederlassungen in Ungarn sind fester Bestandteil des internationalen Firmenkundengeschäfts der Commerzbank und nachhaltig erfolgreich“, erklärte Michael Reuther, der im Vorstand der Commerzbank AG für das Firmenkundengeschäft verantwortlich ist. Sodann gab er einen Überblick über die Situation seiner Bank und ihr wirtschaftliches Umfeld. Auf eine Frage der Budapester Zeitung bezüglich einer möglichen Euro-Einführung in Ungarn, riet er für den Moment insbesondere mit Blick auf Italien eher zum Abwarten.

„Wir sind eine bodenständige Bank“

Am Abend gab die Commerzbank dann noch einen großen Empfang im Burggartenbasar, der sich am Budaer Donauufer schräg gegenüber des Gebäudes der Commerzbank-Zentrale am anderen Ufer befindet. Außer dass beide Gebäude in Sichtweite an der Donau liegen, gibt es aber auch noch eine weitere Parallele, wies Windheuser in seiner Eröffnungsansprache hin. „Beide Institutionen sind im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts auf Initiative von Kaufleuten entstanden.“ Nach gründlichen Modernisierungen würden sie nun jedoch fest und anerkannt in der Gegenwart stehen und gen Zukunft schauen. „Nach wie vor sind wir eine sehr bodenständige Bank, die offen ist für Kundenwünsche, die für ihre Kunden zugänglich ist, ihnen zuhört und ihnen daher maßgeschneiderte Lösungen anbieten kann“, unterstrich Windheuser in seiner frei gehaltenen Rede. Bevor er jedoch auf diese Dinge zu sprechen kam, versetzte er die Zuhörer zunächst in respektvolles Staunen, als er nach einigen wenigen auf Ungarisch vorgetragenen Begrüßungsworten nicht – wie die meisten Expat-Manager bei solchen Gelegenheiten – sofort in eine westliche Sprache wechselte, sondern wacker die ersten vier-fünf Minuten seiner Ansprache auf Ungarisch hielt und erst danach auf Englisch fortsetzte.

Konversation

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