Ähnlich wie die Gründungsväter der EU verstehe er unter europäischen Werten christliche Werte, unterstrich Szijjártó. Europa hat dank seines christlichen Wertesystems große Erfolge erreicht. Je weiter wir uns von diesen Werten entfernen, umso geringere Chancen haben wir, eine wettbewerbsfähige, starke EU wiederherzustellen. Wir in Mitteleuropa können niemals begreifen, warum sich Westeuropa von seinem christlichen Erbe befreien möchte. Für polnische und ungarische Bürger ist es unverständlich, wenn in anderen Ländern christliche Symbole von öffentlichen Plätzen, aus öffentlichen Gebäuden entfernt werden. Unsere Aufgabe ist nicht der Schutz des Christentums als Religion in Europa, doch wir müssen in Europa und anderswo die Christen schützen, die oftmals für ihren Glauben mit dem Leben bezahlen.

Die EU steht vor großen Herausforderungen, zu denen Migration, Energiepolitik, Terrorismus und der Brexit gehören. In diesem Zusammenhang seien die Debatten über die Zukunft der EU wichtig. Szijjártó verwies darauf, dass auch die Meinung der anderen geachtet werden müsse, die nicht im gegenwärtigen Mainstream mitschwimmen. Das föderalistische Konzept Europas bezeichnete er als Sackgasse, weil es die Mitgliedsstaaten schwäche, wenn sie ihre nationalen Kompetenzen verlieren.

Für eine erfolgreiche Integration müsse man sich in den EU-Debatten von dem Aufeinanderzeigen, der politischen Korrektheit und dem Messen mit zweierlei Maß endlich verabschieden, plädierte der Außenminister.

Szijjártó informierte, die zuständigen Minister der Visegrád-Gruppe hätten vereinbart, bis zum Herbst 2019 eine Machbarkeitsstudie über den Bau einer Eisenbahnstrecke von Budapest über Bratislava und Brno bis nach Warschau zu erstellen. Zwar sei die Visegrád-Gruppe der Motor der Entwicklung der EU, hinsichtlich des Ausbaus der Infrastruktur müsse sie jedoch noch den Wettbewerbsnachteil aufholen.

Szijjártó führte auf dem Forum Gespräche mit dem slowakischen Verkehrsminister Árpád Érsek, dem polnischen Infrastrukturminister Andrzej Adamczyk und der polnischen Familienministerin Elzbieta Rafalska. Außerdem verhandelte er mit den Managern der polnischen Fluggesellschaft LOT.

Das auch als mitteleuropäisches Davos bezeichnete Forum in Krynica wurde zum 28. Mal veranstaltet, bis zum heutigen Donnerstag finden 180 Podiumsgespräche über Wirtschaft, Politik sowie regionale und kommunale Zusammenarbeit mit ca. 5.000 Teilnehmern statt.

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