Das Investitionsvolumen der neuen Autofabrik beläuft sich auf rund eine Milliarde Euro. Das Werk mit mehr als 1.000 Mitarbeitern soll jährlich bis zu 150.000 Fahrzeuge mit Verbrennungs-, Elektro- und Hybridantrieben produzieren. Die Bauarbeiten starten in ungefähr einem Jahr. Ungewiss ist noch der Produktionsstart beziehungsweise welche BMW-Modelle in Debrecen hergestellt werden sollen.

Ausgedehntes Zulieferernetz in Ungarn

Die BMW-Gruppe verfügt schon jetzt über ein ausgedehntes Zulieferernetz in Ungarn, zu dem unter anderen die Csaba Metál Zrt. sowie die ZF Lenksysteme Hungária Kft. gehören, informierte András Salgó, Kommunikationsdirektor der BMW Group Magyarország. BMW siedelte sich bereits 2004 in Ungarn mit einem eigenen Vertretungsbüro in Ungarn an.

„Die Entscheidung für ein neues Werk unterstreicht die weltweite Wachstumsperspektive der BMW Group“, unterstrich Vorstandschef Harald Krüger in München. „Nach hohen Investitionen in China, Mexiko und den USA stärken wir nun den Standort Europa und damit die globale Balance unserer Produktion zwischen Asien, Amerika und Europa.“ In Deutschland investiert BMW allein in diesem Jahr über 1 Mrd. Euro, um Werke zu modernisieren und auf die Elektromobilität vorzubereiten. BMW erklärte seine Entscheidung für Debrecen mit einer sehr guten Infrastruktur, der Nähe zum Lieferanten-Netzwerk und qualifizierten Arbeitskräften vor Ort.

„Die Investition trägt zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit Ungarns bei und stärkt zudem die ungarisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen“, hob Szijjártó hervor. Weltweit werde das Konzept Industrie 4.0 umgesetzt, in der neuen Ära stehen die Länder um solche Investitionen im Wettbewerb miteinander. Ungarn habe sich in diesen Wettbewerb mit niedrigen Steuern, investitionsfördernden Maßnahmen, dualer Berufsausbildung und flexiblen Arbeitsmarktregelungen eingeschaltet. Die darauf basierende ungarische Wirtschaftspolitik habe sich als erfolgreich erwiesen, allein im vergangenen Jahr wurden dank des Fördersystems 96 neue Investitionen angekündigt. „Nun hat sich einer der erfolgreichsten und modernsten Autobauer der Welt für den Produktionsstandort Ungarn entschieden.“ Ungarn habe mit BMW seit 14 Monaten verhandelt.

Vorhandensein eines internationalen Flughafens half bei Investitionsentscheidung zugunsten von Debrecen

„Die Wirtschaftserfolge der vergangenen Jahre werden durch den Bau des neuen BMW-Werkes gekrönt, die Vorstellungen über die Zukunft der Stadt werden durch die Investition umgeschrieben“, erklärte OB Papp. Beim Wettbewerb um den Standort spielten seiner Meinung nach auch der Start von Direktflügen zwischen München-Debrecen, die Flughafenentwicklung der Stadt, der Start des Investitionsfördersystems sowie der Bau einer internationalen Schule eine wichtige Rolle. Im Wettstreit um den Standort stand auch Miskolc in der engsten Auswahl, die Stadt verfügt jedoch über keinen Flughafen.

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