Im vergangenen Jahr konnte die Praktiker Kft. zudem ihren Marktanteil um drei Prozentpunkte erhöhen. Damit kontrolliert Praktiker nun ein Drittel des auf 135 Mrd. Forint geschätzten einheimischen Baumarktsegments. Noch dynamischer stieg die Zahl der Kunden, nämlich um 15 Prozent auf knapp über 5 Millionen Kunden. Der Geschäftsführer rechnet in diesem Jahr erneut mit einem zweistelligen Umsatzwachstum, wobei nicht zuletzt die weitere Zunahme des Online-Geschäfts ein wichtiger Motor sein wird.

Dynamisch wachsendes Online-Geschäft

Im vergangenen Jahr war dieser Bereich bereits für rund sechs Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich. 2014 waren es demgegenüber erst spärliche 1,4 Prozent. Von den Kunden würden online insbesondere Möbel, Badezimmerarmaturen und Fließen nachgefragt. Insgesamt werden im Praktiker Web-Shop zurzeit rund 30.000 Produkte angeboten. „Ich gehe davon aus, dass der Anteil des Online-Handels in Zukunft weiter dynamisch steigen wird“, ist sich Keth sicher. Deswegen werde dieser Teil des Geschäfts auch bald als alleinstehender Geschäftsbereich geführt.

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Praktiker-Topmanager Karl-Heinz Keth (Geschäftsführer), Mária Szita (Einkaufsdirektorin) und László Bagaméri (Verkaufsdirektor).

Praktiker betreibt derzeit in Ungarn 20 Baumärkte und gibt rund 1.500 Menschen Arbeit, betonte Keth. Im vergangenen Jahr wurde zwar kein neuer Markt eröffnet, sehr wohl erhielten aber etliche Märkte ein Facelift. Zahlreiche kleine Märkte wurden komplett umgebaut und bieten ihren Kunden nun ein noch breiteres Sortiment. „In den kommenden 20 Jahren werden wir in Ungarn weiter expandieren und neue Warenhäuser eröffnen“, wagte Keth einen Blick in die weitere Zukunft. Schon jetzt sei man auf der Suche nach neuen Standorten. Allerdings würde das sogenannte „Plaza-Stop“-Gesetz noch immer Neueröffnungen erschweren. Für wahrscheinlich hielt Keth in Zukunft insbesondere die Eröffnung von kleineren Märkten und den Aufbau eines Franchise-Netzes. Ebenso schloss der Geschäftsführer nicht aus, in Zukunft auch in anderen Ländern der Region – konkret nannte er Serbien und Mazedonien – aktiv zu werden. Hauptziel sei es aber natürlich, sich zunächst in Ungarn noch weiter zu stabilisieren.

Der Anteil ungarischer Zulieferer liege konstant bei 75 bis 80 Prozent, wobei das Unternehmen ständig nach neuen Lieferanten im Inland Ausschau hält. Das seit 2016 mehrheitlich von der Wallis-Gruppe geführte Unternehmen (an dem Geschäftsführer Karl-Heinz Keth als Juniorpartner beteiligt ist) konnte sein Vorsteuerergebnis im Vorjahr von 500 Millionen auf 1,7 Milliarden Forint steigern. In diesem Jahr peilt das Unternehmen sogar die Zwei-Milliarden-Marke an.

Neue Handlungsfreiheit wird im Interesse der Kunden intensiv genutzt

Hinsichtlich des allgegenwärtigen Arbeitskräftemangels merkte Keth an, bei Praktiker binde man die Mitarbeiter außer mit systematischen Lohnerhöhungen auch mittels Boni und individuellen Motivationsprogrammen an das Unternehmen. Zur Motivation der Mitarbeiter trage aber die seit anderthalb Jahren laufende Einführung einer sogenannten „Lean-Kultur“ bei. Die bewusst forcierte Vereinfachung von Prozessen, wobei die betroffenen Mitarbeiter ein hohes Maß an Verantwortung für die Konzipierung und Umsetzung der Prozesse übertragen bekommen, führe nicht nur zu motivierteren Mitarbeitern, sondern auch zu zufriedeneren Kunden, da diese in den Baumärkten beispielsweise gesuchte Produkte nun wesentlich schneller finden würden.

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Bei der Vereinfachung und Optimierung bestehender Prozesse erweise es sich als „riesiger Vorteil“, dass die Praktiker Kft. jetzt nicht mehr Teil eines großen Konzerns (Praktiker AG beziehungsweise Metro AG) sei, sondern man sein Schicksal vor Ort voll in den eigenen Händen halte. „Diese neue Freiheit nutzen wir ausgiebig – im Interesse unserer Kunden und unserer nachhaltigen Entwicklung“, unterstrich Keth gegenüber der Budapester Zeitung.
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