Im vergangenen Jahr konnte die Praktiker Kft. zudem ihren Marktanteil um 3 Prozentpunkte erhöhen. Damit kontrolliert Praktiker nun ein Drittel des auf 135 Mrd. Forint geschätzten einheimischen Baumarktsegments. Noch dynamischer stieg die Zahl der Kunden, nämlich um 15% auf knapp über 5 Mio. Kunden.

Der Geschäftsführer rechnet in diesem Jahr erneut mit einem zweistelligen Wachstum, wobei der Onlineverkauf ein Motor der Expansion sein wird. Die Anteile des Web-Warenhauses an den Gesamtumsätzen waren von 1,4% in 2014 auf zuletzt 6% gestiegen. Von den Kunden würden online insbesondere Möbel, Badezimmerarmaturen und Fließen nachgefragt. „Ich gehe davon aus, dass der Anteil des Online-Handels in Zukunft weiter dynamisch steigen wird“, meinte Keth. Deswegen werde dieser Teil des Geschäfts bald als alleinstehender Geschäftsbereich geführt.

Praktiker unterhält hierzulande 20 Baumärkte und gibt rund 1.500 Menschen Arbeit, betonte der Geschäftsführer. Im vergangenen Jahr wurde zwar kein neuer Markt eröffnet, sehr wohl erhielten aber etliche Märkte ein Facelift. Zahlreiche kleine Märkte wurden komplett umgebaut und bieten ihren Kunden nun ein noch breiteres Sortiment. Der Anteil ungarischer Zulieferer liegt konstant bei 75-80%, wobei das Unternehmen ständig nach neuen Partnern im Inland Ausschau hält.

Das seit 2016 mehrheitlich von der Wallis-Gruppe geführte Unternehmen (an dem Geschäftsführer Karl-Heinz Keth als Juniorpartner beteiligt ist) konnte sein Vorsteuerergebnis im Vorjahr von 500 Mio. auf 1,7 Mrd. Forint steigern und plant für dieses Jahr sogar mehr als 2 Mrd. Forint. Zum Wachstum sollen auch neue Standorte beitragen, doch erschwere das sog. „Plaza-Stop“-Gesetz Neueröffnungen. Für wahrscheinlich hielt Keth in Zukunft insbesondere die Eröffnung von kleineren Märkten und den Aufbau eines Franchise-Netzes. Ebenso schloss der Geschäftsführer nicht aus, in Zukunft auch in anderen Ländern der Region – namentlich nannte er Serbien und Mazedonien – aktiv zu werden.

Hinsichtlich des allgegenwärtigen Arbeitskräftemangels merkte Keth an, bei Praktiker binde man die Mitarbeiter neben systematischen Lohnerhöhungen auch mittels Boni und individuellen Motivationsprogrammen an das Unternehmen. Zur Motivation der Mitarbeiter trage die seit anderthalb Jahren laufende Einführung einer sogenannten „Lean-Kultur“ bei. Die bewusst forcierte Vereinfachung von Prozessen, wobei die betroffenen Mitarbeiter ein hohes Maß an Verantwortung übertragen bekommen, führe nicht nur zu motivierteren Mitarbeitern, sondern auch zu zufriedeneren Kunden, da diese gesuchte Produkte nun wesentlich schneller finden.

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