Diese Szene ist Teil eines neuen Servicepakets des Budapester Flughafens. Es heißt bud:vip und bietet VIP-Gästen seit Anfang des Jahres eine entspannte, diskrete und zügige Passage des Flughafengebäudes in beide Richtungen an, also sowohl nach der Landung als auch vor dem Abflug. Kernbestandteil des Pakets ist eine spezielle Lounge, die von der großen Abfertigungshalle auf der Abflugebene des Terminal 2A durch eine kleine, mit bud:vip dezent gekennzeichnete Tür betreten werden kann. Funktional erinnert sie an die anderen Lounges des Flughafens, nur ist hier alles noch etwas exklusiver und eleganter.

Vollständig separater Weg

Mit der bud:vip-Lounge hat der Flughafen aber nicht nur eine weitere Lounge erhalten, der eigentlich Clou und das qualitativ Neue des Service-Pakets ist die angelagerte Infrastruktur zwischen Lounge und Flugzeug. „Dank dieser ist es zum ersten Mal möglich, dass sich die Wege eines gewöhnlichen Fluggastes und eines bud:vip-Kunden von und zum Flieger komplett trennen“, erklärt Jost Lammers, CEO der Budapest Airport Zrt., die diese Lounge nebst dem bud:vip-Paket geschaffen hat und nun betreibt. Bis jetzt hätte man Kunden, die eine etwas exklusivere Behandlung wünschten, nur gewisse Hybrid-Lösungen anbieten können, die Pass- und Sicherheitskontrolle mussten sie jedoch gemeinsam mit den anderen Fluggästen durchlaufen.

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Das ist nun nicht mehr notwendig. So wurde speziell für die bud:vip-Kunden eine separate Sicherheitsschleuse eingerichtet. Sie befindet sich, nur durch eine Tür getrennt, direkt angrenzend an die neue Lounge. Der abreisende Fluggast verlässt die Lounge also praktisch durch einen „Hinterausgang“ und muss sich nicht mehr zurück in die Wartehalle begeben. Sein separater Weg führt ihn dann weiter vorbei an der Kontrolle der Reisedokumente. Danach geht es per Lift eine Etage tiefer, wo auf der Ebene des Vorfelds eine schwarze Mercedes-Limousine und ein schwarzer Mercedes-Bus bereitstehen, in denen dann die bud:vip-Kunden direkt bis ans Flugzeug chauffiert werden.

Monatelange Vorbereitung

Was sich beim ersten Kennenlernen des neuen Servicepakets recht übersichtlich und einfach anhört, hat die Flughafenmitarbeiter mehrere Monate intensiver Vorbereitung gekostet. „Das neue Service-Angebot musste nahtlos in die bestehende Sicherheitsarchitektur des Flughafens eingefügt werden“, erklärt Lammers. Viele Konsultationen etwa mit der Polizei, dem Grenzschutz und dem Zoll seien notwendig gewesen. Aber auch mit den Fluggesellschaften und den Groundhandling-Firmen. Selbst scheinbar so einfache Prozesse, wie etwa, dass die bud:vip-Kunden ihr Gepäck nicht eigenhändig aufgeben, sondern dies von einem Flughafenmitarbeiter erledigt wird – auch diese Annehmlichkeit gehört zum neuen Servicepaket – bedurften intensiver Abstimmungen.

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„Geholfen hat bei der Vorbereitung – neben einer konstruktiven Einstellung aller beteiligter Partner – nicht zuletzt, dass ähnliche VIP-Produkte bereits weltweit zum Angebot von großen internationalen Flughäfen gehören“, so Lammers. Die Tatsache, dass es von vorn herein prinzipiell feststand, dass alle Komponenten des entstehenden bud:vip-Produkts mit den Gegebenheiten eines internationalen Flughafens kombinierbar sind, hätte sein Team jedoch nicht von der Aufgabe entbunden, für alle Teilaspekte jeweils eine spezifische Budapester Lösung zu erarbeiten. Auf die Frage, ob dieser große Aufwand dafür verantwortlich war, dass der boomende Budapester Flughafen bis Anfang dieses Jahres ohne dieses international etablierte und woanders selbstverständliche Serviceprodukt auskommen musste, verweist Lammers auf die baulichen Gegebenheiten des Terminals 2. Bisher habe es hier einfach keine entsprechend große und richtig gelagerte Räumlichkeit gegeben.

„In der oberen Liga mitspielen“

Mit dem Umzug der Regierungslounge in benachbarte, weitaus größere Räumlichkeiten sei jedoch im letzten Jahr mit einem Mal eine für den – übrigens schon länger geplanten – bud:vip-Service entsprechend große und vor allem von der Platzierung im Terminal geeignete, also die Land- und Luftseite verbindende Räumlichkeit frei geworden. So habe man dann nicht lange gezögert. Lammers stellt aber auch klar: „Hätten wir die VIP-Lounge nicht hier eingerichtet, so hätten wir dafür zeitnah schon einen anderen Platz gefunden.“ Schließlich sei ein solcher VIP-Service für einen Flughafen, der in der oberen Liga mitspielen möchte, ein Muss. Immer wieder hätten sich Partner, etwa Budapester Fünf-Sterne-Hotels oder die Manager von nationalen oder internationalen Konzernen oder Prominenz nach einem solchen Service erkundigt.

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Gefragt nach den potenziellen Kunden der neuen Lounge, beschreibt Lammers sogleich das ganz nachvollziehbare Bild des internationalen Filmstars oder Musikers, der vor und nach dem Fliegen „nicht so scharf auf ständige Autogrammwünsche seiner Fans“ ist. Im gleichen Atemzug stellt er aber auch klar, dass der neue Flughafenservice natürlich nicht nur Prominenten zur Verfügung stehe, sondern allen Fluggästen, denen die bud:vip-Annehmlichkeiten so sehr zusagen, dass sie bereit sind, die entsprechenden Preise zu zahlen. Pro Person kostet das Servicepaket inklusive vieler Extras pauschal 215 Euro. Beim Kauf von größeren Kontingenten beziehungsweise von dafür vorgesehenen Silber-, Gold- und Platinkarten sinkt dieser Preis auf bis zu 142 Euro. Die Karten gibt es sowohl für Privatpersonen als auch für Firmen.

Auch Transitgäste sind willkommen

Die VIP-Lounge steht übrigens nicht nur Kunden zur Verfügung, für die Budapest den Start- oder Zielpunkt ihrer Reise bildet, sondern auch für Transitgäste des Budapester Flughafens. Vor allem an diese Klientel wurde wohl auch gedacht, als beschlossen wurde, das Komfortangebot der Lounge um eine Duschmöglichkeit abzurunden. Natürlich bietet der VIP-Service seinen Gästen auch eine gehobene Auswahl von Speisen und Getränken. Auch an Einkaufsmöglichkeiten wurde gedacht – der VIP-Service ermöglicht seinen Gästen, ungestört in den luftseitigen Shops des Flughafens einzukaufen. Auf Wunsch können das aber auch die bud:vip-Mitarbeiter für den VIP-Gast erledigen.

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Geleitet wird die Lounge von Péter Mészáros, der sich schon seit Jahren um die prominenten Gäste des Flughafens kümmert. „Ich bin froh, dass wir ihnen jetzt endlich ein ganzheitliches VIP-Service-Produkt anbieten könnten.“ Schon von Beginn an finde bud:vip einen guten Zuspruch bei den Gästen des Flughafens. „Die schon jetzt erkennbare Nachfrage stimmt uns zuversichtlich“, so Mészáros. Jost Lammers ergänzt: „Sollte sich herausstellen, dass die Nachfrage die momentanen räumlichen Gegebenheiten unserer Lounge übersteigt, so werden wir eine neue und größere Lösung finden.“
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