Der Käufer war die österreichische Eisenbahngesellschaft ÖBB, die sich gegen mehrere Mitbieter durchsetzen konnte und die Gütertransporttochter der MÁV für 102,5 Mrd. Forint kaufen konnte. Es war die erste ausländische Akquisition der ÖBB und zugleich letzte erfolgreiche Privatisierung einer Gütertransportgesellschaft von nationalem Ausmaß in Europa.

Die Transaktion erfolgte zu Beginn der Weltwirtschaftskrise. Bei Unterzeichnung der Privatisierung konnte der Käufer inmitten des stark rückläufigen Verkehrs nur eins tun: Er hielt im Sinne des Vertrags die Betriebsfähigkeit des Unternehmens aufrecht, während er mit der Rationalisierung der MÁV Cargo, der Modernisierung des veralteten Waggonparks, der Installation eines der modernsten Eisenbahninformatiksysteme Europas und dem Aufbau einer der jüngsten und modernsten Lokomotivenflotten begann.

Die nach der Privatisierung in Rail Cargo Hungaria Zrt. umbenannte Firma bewahrte auch angesichts des sich immer weiter zuspitzenden Wettbewerbs in Ungarn ihre Marktführerschaft. Gegenwärtig liegt der Marktanteil von RCH bei über 60 Prozent. Dies ist auch insofern beachtlich, weil am ungarischen Markt mehr als 30 Privateisenbahnen im Wettbewerb miteinander stehen.

Die Züge des Unternehmens haben innerhalb von zehn Jahren rund 118 Millionen Zugkilometer zurückgelegt, die kumulierte Transportleistung belief sich in dieser Zeit auf über 340 Millionen Tonnen. Die Gesellschaft transportierte 2017 mehr als 33 Millionen Tonnen Güter mit täglich durchschnittlich 400 Zügen. 80 Prozent der durchgeführten Transporte erfolgten in internationaler Relation.

RCH hielt auch den Verkehr von kostenaufwendigen Einzelwaggons aufrecht und stellte damit unter anderem sicher, dass die Produkte ungarischer KMU kostengünstig zu den westeuropäischen Abnehmern gelangen können. RCH ist praktisch das einzige Eisenbahnunternehmen Europas, das ohne staatliche Unterstützung und nur auf eigene Quellen gestützt seine Dienstleistungen anbietet.

Rail Cargo Hungaria ist der größte Auftraggeber von MÁV am Wettbewerbsmarkt. Mit der Inanspruchnahme von Traktions-, Rangier- und Bahnhofsleistungen, der Nutzung der Eisenbahninfrastruktur sichert sie mehreren tausend MÁV-Arbeitnehmern ihren Arbeitsplatz.

Rail Cargo Hungaria ist ein wichtiges Mitgliedsunternehmen der Rail Cargo Group Austria, des zweitgrößten Gütertransportunternehmens Europas. Mit in Budapester Zentrale arbeitet das Traktionsunternehmen der Gruppe, Rail Cargo Carrier, das in neun Ländern seine Dienstleistungen anbietet. Das Budapester Rail Cargo Terminal im Logistikzentrum BILK ist die mitteleuropäische Drehscheibe der aus Piräus ankommenden chinesischen Containerzüge.

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