Relativ groß, stattlich, mit einer Künstlerbrille auf der Nase und mit einer Designerweste bekleidet – Ari Kupsus passt in das Bild, dass man von einem Galeristen hat. Freundlich lächelnd öffnet er uns die Tür und bittet uns in die Räumlichkeiten der rund 650 Quadratmeter großen Galerie hinein, die er sein eigen nennt. Hier ist es hell, doch anders als bei üblichen Galerien, die oft steril wirken, erinnert die Galerie des in Finnland geborenen, kunstbegeisterten Mannes eher an die spärlich eingerichtete Wohnung eines Kunststudenten.

Eigentlich war Kupsus ein Weltenbummler, arbeitete mal in Polen, Russland, Singapur oder Kuala Lumpur und wollte 1999 nur für drei Tage nach Budapest kommen, um seinen Geburtstag mit einem Besuch in der Donaumetropole zu feiern. Jedoch erkannte Kupsus schon bei seiner Ankunft am Budapester Ostbahnhof das Potenzial und das Herz dieser Stadt, verliebte sich in sie, und beschloss, zu bleiben. Nun ist er bereits seit 18 Jahren hier und lebt in einer Wohnung über seiner Galerie im sogenannten Palastviertel.

Zu Hause in der Galerie

Mit dem Umzug nach Budapest orientierte sich Kupsus auch beruflich neu: „Früher beschäftigte ich mich durchgängig mit Mode. Auch heute ist das noch Teil meines Berufs. Dass jedoch die Musik und die Kunst einmal zu meinem Beruf gehören würden, hätte ich mir damals nicht träumen lassen. Aber es macht großen Spaß und man lernt immer neue Leute kennen. Das mag ich“, erzählt Kupsus und strahlt zufrieden.

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Galerist Ari Kupsus


Worauf der Finne besonders stolz ist, sind die Antiquitäten und hier insbesondere die antiquarischen Möbelstücke in seiner Galerie: Originale aus dem späten 18. beziehungsweise dem frühen 19. Jahrhundert, die er selbst erworben hat, sollen einem beim Anschauen der Ausstellungswerke ein Gefühl von „Zuhause“ vermitteln. Diese stehen allerdings nicht zum Verkauf – sie dienen nur der Behaglichkeit der Besucher. Auch das Lichtkonzept in der Galerie Ari Kupsus weicht von dem anderer Galerien ab: Die Ausstellungsstücke werden beispielsweise nicht, wie es oft der Standard ist, mit künstlichem Licht direkt angestrahlt. Stattdessen nutzt Kupsus, so gut es geht, das durch die breiten Galeriefenster hineinströmende natürliche Tageslicht.

Darüber hinaus strahlen nur einige kleine Deckenlampen die Leinwände an. So sollen potenzielle Käufer eine Idee bekommen, wie die Kunst später im heimischen Wohnzimmer wirken würde. „Zu Hause hat man ja auch keine speziellen Lampen, die das Bild zur Geltung bringen“, erläutert Kupsus – der sich selbst als ehrlichen Makler sieht. Das Konzept scheint anzukommen: Die Verkäufe bleiben nicht aus. Auch bei unserem Besuch in der Galerie lehnen einige in Plastik gehüllte Gemälde, abgehängt, an der Wand. Sie sind bereits verkauft und warten auf ihre Abholung.

Wie viele verschiedene Künstler mit ihren Werken in Ari Kupsus’ Galerie vertreten sind, kann der Finne gar nicht genau sagen. Immer wieder kämen welche dazu. Ihm fehle der zahlenmäßige Überblick. Dabei sei es genau das, was in seinen Augen seine Galerie zu etwas Besonderem mache: die schiere Vielfalt, die sich hier finden lässt. Er habe keine Aufnahmekriterien für die Bilder und Künstler, die er präsentiert, außer, dass sie ihm gefallen müssen. „Mir gefällt ziemlich viel, und wenn mein Herz ‚Ja‘ zu einem Kunstwerk sagt, dann nehme ich es auf“, erklärt der Galerist. „Deswegen sind die Kunstwerke auch so vielfältig und von Grund auf verschieden.“ Tatsächlich ist vom modernen Stillleben bis hin zu Kunstwerken, die aussehen wie Fotografien, alles zu finden.

Das Herz am rechten Fleck

Ari Kupsus unterstützt die Künstler jedoch nicht nur mit einem Platz in seiner Galerie: Im Jahr verteilt er 15 bis 20 Stipendien an Studierende der Ungarischen Akademie der Bildenden Künste. Ebenfalls erhalten vier bis sechs von ihnen die Chance, sich und ihr Werk in einer Sonderausstellung in der Galerie zu präsentieren, einer der angehenden Künstler wird sogar mit einer eigenen Ausstellung geehrt. Zudem ist Kupsus seit 2000 Unterstützer der Franz-Liszt-Musikakademie. Dies tut er, indem er einmal im Monat im Stockwerk über der Galerie, in seinem privaten Konzertsaal, Konzerte für verschiedene Künstler organisiert und dabei auch Geld für die Unterstützung junger Musiker sammelt, die zwar das Talent für ein Studium an der Musikakademie besitzen, denen es aber am Geld dazu fehlt.

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Kupsus liegt dies auch deshalb am Herzen, da er selbst einer Familie entstammt, in der Geld nicht gerade im Überfluss vorhanden war. Doch anders als in Ungarn stünden in Finnland zahlreiche Stipendien zur Verfügung. Bei seiner Ankunft in Budapest habe es jedoch kein einziges Stipendium an den ungarischen Akademien gegeben. Das wollte er ändern. Ausschlaggebend für seinen Lebensstil als „Wohltäter“ sei eine Aussage seiner Großmutter, einer „wahren Lady“, wie Kupsus mit versonnenem Blick betont, gewesen: „Sie sagte einmal zu mir, man solle immer genug verdienen, um essen und trinken zu können und vielleicht sogar ein bisschen mehr. Aber den Rest solle man nehmen und denen helfen, denen es schlecht geht.“

Neben den Ausstellungen organisiert die Galerie auch das jährlich stattfindende „Artist’s Camp“ in Iszkaszentgyörgy. Zehn Tage lang können die teilnehmenden Künstler die Stadt und einander besser kennenlernen, aber auch die Zeit für kreative Arbeiten nutzen. Am Ende des Camps werden die geschaffenen Kunstwerke in einer Ausstellung vorgestellt.

Die kommenden Ausstellungen der Galerie Ari Kupsus umfassen neben den permanent ausgestellten Objekten auch Sonderausstellungen wie die von Jakub Slomkowski aus Polen, welche vom 14. Februar bis zum 19. März 2018 zu sehen ist. Weitere Termine sind auf der Website der Galerie unter www.arikupsusgallery.com zu finden.

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