Es trug sich nämlich zu, dass sich auf Facebook das Bild des Bürgermeisters des Dörfchens Drávaszerdahely, György Alpér, wie ein Lauffeuer verbreitete. Warum? Weil er sich mit einer Botschaft direkt an Außenminister Péter Szijjártó gewandt hatte.

„Lieber Péter“

Was hat ein Dorfbürgermeister dem Außenminister mitzuteilen? György Alpár wollte den obersten Diplomaten wissen lassen, dass statt der nun gestarteten Telefonkampagne der Regierung, um die Bürger zur Teilnahme an der aktuellen Nationalen Konsultation zum Soros-Plan zu bewegen, hätten sich die knapp 200 Bürger seiner Gemeinde eher darüber ausgetauscht, ob dem kleinen Örtchen die elf Millionen Forint staatlicher Subvention, die ihnen gestrichen wurden, nicht doch gelassen hätten werden können. Alles in respektvollem Ton formuliert, wohlgemerkt. Der Post wurde zahllose Male geteilt und erschien auch auf Nachrichtenportalen wie index.hu. Grund genug also für Chef-Heißluft-Brabbler Szilárd Németh sich zur Sache zu äußern. Denn Alpárs Post allein wäre zwar eine kleine Meldung, aber nicht wirklich aufsehenerregend. Némeths Reaktion im TV-Sender hír TV hingegen verdient eine Würdigung, weswegen wir diese hier wiedergeben möchten:

„Er (Anm.: Alpár) sollte sich zuerst mit seinen eigenen Wählern in Drávaszerdahely konsultieren, und ihnen dann erklären, warum er Migranten nach Drávaszerdahely lassen will. Das liegt ja dicht an der Grenze, sie haben sicher schon viel erlebt, er sollte sich zuerst mit ihnen darüber konsultieren. Also nicht mit mir, mit mir hat er ja keinen Streit. Also ein Bürgermeister ist immer zuerst für seine Gemeinde verantwortlich und muss sich mit den Bürgern seiner Gemeinde konsultieren, welche Schritte er tun wird. Ich selbst habe das in meiner Zeit als Bürgermeister von Csepel auch immer so gemacht. Das funktioniert, glauben Sie mir, Herr Bürgermeister.“

Falls Sie sich jetzt fragen, an welcher Stelle genau das Hineinlassen von Migranten ins Spiel kam, können wir Ihnen leider auch keine Antwort liefern. Aber vielleicht wäre Szilárd Németh ja bereit, diesbezüglich zu konsultieren?

Konversation

WEITERE AKTUELLE BEITRÄGE
Ryszard Legutko über die Gefahren des Neomarxismus

„Das System muss durchschaut werden!“

Geschrieben von Cyril Moog

Bei einer Veranstaltung des Institut des XXI. Jahrhunderts zusammen mit der Fidesz-nahen Stiftung…

Corona-Krise in Ungarn

Ungeahnte Möglichkeiten

Geschrieben von EKG

Der neuartige Corona-Virus hat die Welt fest im Griff. Auch in Ungarn werden immer mehr Fälle…

Ausgezeichnet für gastronomische Nachhaltigkeit – Restaurant Pajta in Őriszentpéter

„Wir wollen Trendsetter sein“

Geschrieben von Orsolya Fónyad

Einer der Höhepunkte der diesjährigen Preisverleihungsgala des „Volkswagen-Dining Guide“ war die…