Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann die Anzettelung des Aufruhrs am 16. September 2015 an der serbisch-ungarischen Grenze vorgeworfen. Dort war eine zunächst friedlich für die Grenzöffnung demonstrierende Menschenmenge zunehmend aggressiver gegen die ungarischen Grenzschützer aufgetreten; infolge von Steinwürfen wurden mehrere Polizisten verletzt. Der Syrer soll die Menge mittels Megaphon aufgestachelt haben. Laut Tafelgericht waren jedoch den Beklagten entlastende Beweismittel vom Gericht erster Instanz nicht berücksichtigt worden.

Parallel hat sich Generalstaatsanwalt Péter Polt mit einer Berufung an die Kurie gewandt, wonach das Tafelgericht durchaus die Möglichkeit gehabt hätte, ein Urteil in der Sache zu fällen. Polt argumentiert, das in zweiter Instanz vorgehende Gericht habe die Bestimmungen des StGB verletzt.

Ahmed H. ist im Übrigen der einzige Teilnehmer des Massenprotestes vom Herbst 2015, der sich wegen der Beteiligung an Terroraktionen verantworten muss. Er wurde drei Tage nach dem schweren Zwischenfall an der Südgrenze im Raum Győr aufgegriffen. Selbst sein Verteidiger, der frühere Justizminister der sozialistischen Regierung, Péter Bárándy, räumt ein, dass an der Grenze Dinge geschahen, die nicht hätten geschehen dürfen. Er sei sich jedoch sicher, dass diese Aktionen nicht als Terrorhandlungen eingestuft werden können.

Ahmed H. gab vor Gericht an, seit 2008 dank Heirat mit einer Aufenthaltsgenehmigung auf Zypern zu leben. Er wollte seiner aus Aleppo kommenden Familie (Eltern und Geschwistern mit deren Kindern) helfen, nach Deutschland zu gelangen, nachdem „die Bundesregierung die Migration begrüßte“.

Für den Fidesz ist der Syrer allen Anzeichen nach ein Mann der Soros-Netzwerke, die nun alle Hebel in Bewegung setzen, damit er auf freien Fuß gelangt. Wie verfangen Brüssel in den Netzen von George Soros sei, zeige ein Beschluss des Europaparlaments, das einen Straftäter reinzuwaschen versuchte, der an der ungarischen Grenze Gewalt anwendete, indem er Steine und Betonteile auf ungarische Polizisten warf.

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