Die Entwicklung der Fahrzeugindustrie ist eine branchenübergreifende Aufgabe – sie betrifft Automobilwerke, Zulieferer, den Energiesektor, F+E, aber auch die Regierung und Kommunalverwaltungen, so Varga. Die Regierung wendet bis 2020 ca. 3 Mrd. Euro für Innovationen auf, der Großteil kommt der Fahrzeugindustrie zugute. Zudem fördert sie Unternehmen mit hoher Wertschöpfung und innovationsorientierter Produktion, die Verbesserung von Produktivität und Effektivität bzw. die duale Ausbildung, informierte Varga. Mit diesem Anliegen hat die Regierung den Irinyi-Plan und den Ányos Jedlik-Plan erstellt.

Die Automobilindustrie ist das Zugpferd der ungarischen Wirtschaft, sie hat an den ungarischen Ausfuhren einen Anteil von 20%, in der Branche sind ungefähr 168.000 Mitarbeiter beschäftigt, ihr Ausstoß belief sich im vergangenen Jahr auf ca. 25 Mrd. Euro. Zu den Herausforderungen der kommenden Jahre zählte Varga die 5G-Technologien sowie die Ausweitung der Elektromobilität. Ungarn möchte bei der Entwicklung autonomer Fahrzeuge an der Weltspitze mitmischen.

Bei den Panel-Gesprächen der Visegrád-Gruppe erklärte Vladimír Bartl, stellvertretender Industrie- und Handelsminister Tschechiens, dass die Lage der Länder der Region hinsichtlich der Automobilindustrie ähnlich ist: Sie sind eng mit deutschen Großunternehmen verbunden, KMU schließen sich meist als Zulieferer der Produktion an. Jerzy Kwiecinski, Staatssekretär im polnischen Entwicklungsministerium, machte darauf aufmerksam, dass die meisten e-Fahrzeuge nicht auf europäischen und amerikanischen Märkten verkauft werden, sondern in Fernost und Indien, deswegen müsste sich die Fahrzeugindustrie der V4 stärker auf diese Märkte konzentrieren.

Gábor Ganczer, Generaldirektor der Hungexpo Zrt., zufolge erfolgt durch die neuen Technologien eine Umstrukturierung der gesamten Automobilindustrie, es verändern sich Verkehr, Fahrgewohnheiten und das Stadtbild. Das Ergebnis dieser Veränderungen ist noch nicht absehbar. Doch die neue Ära, die Revolution in der Automobilindustrie hat bereits in unserer unmittelbaren Nähe begonnen – so in Esztergom, Győr, Kecskemét, Szentgotthárd und vielen anderen ungarischen Städten, betonte Ganczer.

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