Die Quotenregelung der EU-Kommission ist gescheitert, sagte Lázár mit dem Hinweis, bis zum Termin 26. September hätten die Mitgliedstaaten nur 29% der vorgesehenen Personen umgesiedelt. Auch der neue, freiwillige Mechanismus für 50.000 Migranten sei zum Scheitern verurteilt, es sei nicht nachzuvollziehen, warum Brüssel diese Pläne auf Gedeih und Verderb durchsetzen wolle. Der Minister stellte klar, dass sich die Orbán-Regierung auch in der Folgezeit an keiner gemeinsamen Migrationspolitik beteiligen werde und „selbstverständlich niemanden in Ungarn ansiedle“. Der Fragebogen über die Nationale Konsultation zum Soros-Plan stehe und könne im Internet eingesehen werden; in den kommenden Wochen werde dieser sämtlichen Haushalten zugestellt, die bis zum 24. November Zeit für die Beantwortung der 7 Fragen erhalten.

János Lázár betonte, Ungarn sei daran interessiert, dass Deutschland eine stabile und starke Regierung erhalte. Fidesz-KDNP hätten den Wahlsiegern CDU/CSU gratuliert, in der Gewissheit, dass unter deren Regierung die gemeinsamen Werte zur Geltung kommen. Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz ging der Minister auf wirtschaftliche Fragen ein.

So hat die Regierung die Standorterweiterung von Mercedes-Benz in Kecskemét zur strategischen Angelegenheit erklärt. Das bedeutet strengere Vorgaben für die Behörden, die entsprechenden Genehmigungsverfahren beschleunigt durchzuführen. Der Minister sprach von 2.500 neuen Arbeitsplätzen, die im Zuge der Kapazitätserweiterung des Mercedes-Werks bis 2020/21 zustande kommen werden. Weiterhin gab er den Ausbau der Regionalflughäfen von Szeged, Győr, Debrecen und Békéscsaba bekannt. Die Anschlüsse von Firmen an Stadtwerke sollen beschleunigt gelegt werden, die heute noch typischen 250-270 Tage für die Inbetriebnahme einer Industriehalle seien zu viel. Man wolle eine „Rationalisierung“ der Verfahrensfristen auch im Falle des Anschlusses an das Strom- und Erdgasnetz erreichen.

Der Staat wendet allein 220 Mrd. Forint für das digitale Programm auf; schon 2018 sollen die technischen Voraussetzungen gegeben sein, um alle 4 Mio. Privathaushalte mit einem schnelleren Internet zu versorgen. Auf eine Frage erklärte Lázár, er unterstütze das Anliegen des Notenbankpräsidenten György Matolcsy, Staatsbetriebe an die Börse zu führen. Das steigere nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, über die Aktivierung der ungarischen Kleinanleger blieben diese Unternehmen auch langfristig im nationalen Eigentum. Der Minister fügte hinzu, in der Regierung werde diese Thematik noch kontrovers diskutiert.

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