Zuletzt hatte der Währungsrat das maximale Volumen der Drei-Monatseinlagen von 500 auf 300 Mrd. Forint gesenkt. Das Erreichen des nachhaltigen Inflationsziels der Notenbank von 3% wird ein halbes Jahr später als im Juni prognostiziert, d. h. für Mitte 2019 erwartet. Dem Währungsrat zufolge birgt das externe Umfeld weiterhin nach unten weisende Inflationsrisiken, weshalb ein niedriger Leitzins und lockere monetäre Konditionen notwendig seien. Der Währungsrat beobachtet die Inflationsrisiken und ist zu weiteren unkonventionellen Lockerungen bereit.

Die MNB veröffentlichte am Dienstag auch ihren aktuellen Inflationsbericht. Danach könnte die Inflation anstelle der früheren Prognose von 2,8% im kommenden Jahr bei 2,5% liegen, 2019 anstelle von 3,0% nur 2,9% betragen. Laut MNB wird das BIP in diesem Jahr um 3,6%, 2018 um 3,7% und 2019 um 3,2% ansteigen.

Infolge der Ankündigung zur Lockerung der monetären Konditionen erstarkte der Forint gegenüber dem Euro innerhalb von 10 Minuten von 309,45 auf 308 Forint, später sogar auf 307,5 Forint, gegenüber dem USD von 258,55 auf 258,08 Forint. „Der Leitzins hat seit geraumer Zeit seinen leitenden Charakter verloren. Wie es aussieht, hat ein weiterer Lockerungszyklus seinen Anfang genommen, der sich in den kommenden Monaten fortsetzen wird“, meinte Gergely Ürmössy, Chefanalyst der Ersten Bank.

Ende kommenden Jahres könnte der ungarische Leitzins nach Anhebungen um 110 Punkte bei 2% liegen, heißt es derweil in einer Analyse von Capital Economics. Analyst Liam Carson begründet seine von der Mehrheit der Volkswirte abweichende Prognose damit, dass sich bereits die Grenzen eines weiteren deutlichen Wirtschaftsanstiegs abzeichnen bzw. die aus dem Arbeitskräftemangel folgenden Lohnerhöhungen die Inflation schneller als bisher erwartet ankurbeln werden. Der nachhaltig niedrige Leitzins weise eine schlechte Richtung, die negativen Auswirkungen werden sich später zeigen.

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