Netanjahu lud die Regierungschefs der V4 nach Israel ein, die dieser Einladung gern folgen werden. Orbán forderte die EU auf, anstelle von Kritik die „Tore für die Zusammenarbeit“ mit Israel zu öffnen. Die V4 werden der EU empfehlen, die Anstrengungen Israels zu würdigen, die das Land für die Stabilität der Region unternimmt, denn dies sei auch im Interesse Europas. Die V4 teilen den Standpunkt Israels, wonach für jede Nation der Schutz der Außengrenzen von zentraler Bedeutung ist. Die unkontrollierte Zuwanderung erhöhe das Terrorrisiko. Wenn Europa nicht mit Israel zusammenarbeitet, wird es sich selbst bestrafen, die Beziehungen müssen auf Rationalität beruhen, sagte Orbán. Netanjahu dankte den V4 für ihren Standpunkt in Verbindung mit Israel; sein Land werde oft von Europa kritisiert, dabei sei Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten, das einzige Land, in dem Christen in Sicherheit sind – Israel ist die Bastion der europäischen und westlichen Werte in der Region.

Orbán informierte weiter, dass die V4 in einem Sondergespräch vor dem Treffen mit Netanjahu vereinbarten, einen Brief an den italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni zu senden. Sie sind bereit, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln den Flüchtlingsstrom aus Nordafrika zu stoppen. Die V4 erteilten Orbán das Mandat, mit Frankreich über die Richtlinien der Arbeitskräfteentsendung zu verhandeln, betonte Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo (r.). Der slowakische Regierungschef Robert Fico (2.v.r.) erhielt wiederum die Bevollmächtigung, im Namen der V4 bei den in der nächsten Woche anstehenden Verhandlungen mit Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker über die unterschiedliche Lebensmittelqualität multinationaler Unternehmen in Ost und West zu verhandeln. Fico hoffe, dass die EU endlich Richtlinien verabschiedet, welche die Lage verbessern und die Osteuropäer nicht „als Bürger zweiter Klasse“ behandeln. Das Gespräch hat auch symbolischen Charakter, denn oftmals „sprechen wir in Europa übereinander und nicht miteinander“, sagte Fico. Tschechiens Premier Bohuslav Sobotka (l.) pflichtete Fico bei und wünscht eine Regelung auf europäischer Ebene, ohne den gemeinsamen Markt zu gefährden.

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