Orbán dankte Israel, weil das Land zur Sicherheit Europas beitrage. Er stimmte Netanjahu zu, dass eine entschiedene Politik gegen den erstarkenden Antisemitismus auf der Welt verfolgt werden müsse. Orbán verwies darauf, dass in Ungarn eine bedeutende jüdische Minderheit lebt, ihre Sicherheit werde vom ungarischen Staat im vollen Umfang garantiert. Das jüdische Leben erlebe heute eine Renaissance, auf die das Land mit Stolz blickt. Orbán bezeichnete den historischen Rückblick als wünschenswert. Ungarn habe eine schwierige Geschichte hinter sich, mit dem Fehler, ja der Straftat, als es im Zweiten Weltkrieg seine jüdischen Mitbürger nicht schützte und lieber mit den Nazis kollaborierte. Israel und Ungarn sind sich über die Vergangenheit im Klaren, doch nun müsse in die Zukunft geblickt werden, betonte Netanjahu.

Bei dem Treffen wurden von Israel und Ungarn Vereinbarungen über die kulturelle Zusammenarbeit im Zeitraum 2017-2019 sowie Kooperationen in Innovation, bezüglich Industrie 4.0 und bei der Entwicklung selbstfahrender Autos unterzeichnet. Der Besuch von Netanjahu ist auch deshalb von Bedeutung, weil dieser kürzlich für Orbán Partei ergriff und die israelische Botschaft in Budapest anwies, ihre Erklärung zurückzuziehen, wonach die Plakatkampagne der Regierung gegen George Soros antisemitisch sei.

Der MSZP zufolge sind Ungarn und Israel zwar Verbündete, dennoch kritisierten die Sozialisten Netanjahu. Er wolle Partner Orbáns bei einer innenpolitischen Kampagne sein, in deren Mittelpunkt „die Suche nach einem Gegner und Volksverdummung stehen“. Die DK bewertete den Besuch Netanjahus als „Teil eines politischen Hasardspiels“. Zwar sehen Netanjahu und Orbán die Welt auf unterschiedliche Weise, ihre Interessen seien jedoch gleich: eine autoritäre Politik, die den Demokratieabbau zum Ziel hat.

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