Ungarn und Österreich sind entschlossen, das Pariser Klimaabkommen umzusetzen. Darin waren sich die Staatspräsidenten János Áder und Alexander van der Bellen bei ihrem Gespräch im Sándor-Palais in der Budaer Burg einig, wo Áder seinen Gast am Dienstagvormittag empfing. (Zuvor hatte der österreichische Bundespräsident am Heldenplatz einen Kranz niedergelegt.) Áder sprach im Falle Ungarns und Österreichs von zwei Ländern mit dem nötigen Selbstvertrauen für ein Bekenntnis zu Paris, nachdem beide ihr BIP seit 1990 unter sinkendem Energieeinsatz mehren konnten. In der Frage des AKW Paks 2. räumte der Gastgeber Meinungsverschiedenheiten ein, doch sei man sich dahingehend einig, dass beim Betrieb eines Atomkraftwerks nichts über die Sicherheit gehe.

van der Bellen findet die ausgezeichnete Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen mit Blick auf die besondere Geschichte Österreichs und Ungarns nicht verwunderlich. Die Nutzung der Nuklearenergie beurteile sein Land anders, doch ist leicht nachzuvollziehen, dass Österreich für die Nutzung der Wasserkraft weitaus bessere Voraussetzungen mitbringt. Ein Gespräch mit Universitätsrektoren am Dienstagmorgen habe in ihm Zuversicht geweckt, dass die Spannungen zwischen der CEU und der ungarischen Regierung beigelegt werden können.

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Am Nachmittag wurde van der Bellen von Ministerpräsident Viktor Orbán empfangen. Das Gespräch, an dem auch Außenminister Péter Szijjártó teilnahm, drehte sich um Wirtschaftsfragen sowie die Stabilität auf dem Westbalkan. Am späten Nachmittag hielt der Staatsgast eine Rede auf dem Österreich-Ungarischen Wirtschaftsforum im Hotel Marriott. Österreich ist seit langem der zweitwichtigste Handelspartner Ungarns, mit einem bilateralen Handelsvolumen von ca. 10 Mrd. Euro. Österreichische Unternehmen beschäftigen 70.-75.000 Mitarbeiter in Ungarn, viele Ungarn haben eine Arbeit in Österreich gefunden.
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