Sie skandierten immer wieder „Europa, Europa“ sowie „Europa, nicht Moskau“ und schwenkten EU-Fahnen. Aufgerufen zu dem Protest hatte die Momentum-Bewegung, die sich im März als politische Partei konstituierte. Sie will auch bei den Wahlen 2018 antreten, erklärte Parteivorsitzender András Fekete-Győr. Momentum verteilte auf der Demonstration Vignetten zur „Korrektur der Plakate der Regierungspropaganda“. Fekete-Győr forderte die Bürger auf, sich zu aktivieren und sich den Aktionskreisen anzuschließen. „Wir werden Brüssel nicht stoppen, sondern erreichen. Die Panzer haben die Russen zwar mitgenommen, doch sie sind via Gaspipelines und über die politischen Eliten wieder nach Ungarn zurückgekommen“, sagte Fekete-Győr. Orbán führe die Nation anstelle nach Europa in Richtung Moskau. Die Propagandamedien helfen ihm dabei, doch das wird Momentum gemeinsam mit den im Land verbliebenen Jugendlichen nicht dulden, sagte er weiter. Er informierte, dass seine Partei am 15. Oktober ihr Programm präsentieren wird. Die Bewegung wolle im kommenden Jahr alles dafür tun, um „das System der Angst“ abzulösen.

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Seit einigen Wochen gehen immer wieder Tausende Menschen gegen Ministerpräsident Orbán und den Fidesz auf die Straße. Orbán hatte vor geraumer Zeit davon gesprochen, einen „illiberalen Staat” anzustreben. In vielen EU-Mitgliedsländern wird dieser Schritt kritisch beäugt. Gegen Ungarn laufen inzwischen mehrere Vertragsverletzungsverfahren, die in Zusammenhang mit Orbáns Politik stehen, u. a. zuletzt wegen des Streits um die CEU, deren Existenz wegen des neuen Hochschulgesetzes gefährdet ist.
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