Im Rahmen des Programms „Moderne Städte“ unterzeichnete Orbán nun auch eine Kooperationsvereinbarung mit dem OB von Győr, Zsolt Borkai (r.). Das langfristige Investitionsprogramm sieht den Abschluss der Ringstraße um die Stadt ebenso vor, wie die Erneuerung der Straße 8311. Die Moson-Donau erhält 2019 eine neue Brücke, das Nationaltheater wird mitsamt Umfeld modernisiert, ebenso erhält die Stadt einen Konzertsaal und ein Konferenzzentrum. Zwischen Győr und Pannonhalma wird ein Radweg ausgestaltet, der Bahnhof der Stadt an den Busbahnhof angebunden. Orbán unterstützt im Prinzip auch die Anlage einer vierspurigen Schnellstraße zwischen Győr und Dunajská Streda (Dunaszerdahely) – für dieses grenzübergreifende Vorhaben werde Budapest mit Bratislava verhandeln. In Verbindung mit der Entwicklung der István-Széchenyi-Universität Győr betonte der Premier, „unsere Regierungen pflegen nicht Universitäten zu schließen, sondern zu gründen“. Seit 2010 seien in die Komitatshauptstadt bereits 230 Mrd. Forint geflossen. Das Programm der „Modernen Städte“ werde von der Ebene der Komitatsstädte in Zukunft auf die kleineren Städte übertragen, bevor es abschließend ein Programm zur Entwicklung der Dörfer geben soll.

Dem vor einer Kampfwahl um den Posten als Präsident des Ungarischen Olympischen Komitees (MOB) stehenden Borkai versicherte Orbán, er habe gerne mit ihm zusammengearbeitet und möchte dies auch in Zukunft fortsetzen – sowohl in Győr als auch hinsichtlich der Olympischen Bewegung. Der Staat hatte erst kürzlich die Oberhoheit über den Sport vom MOB zurückgenommen; dazu meinte Orbán, es sei seine Fehleinschätzung gewesen, das MOB mit dieser Verwaltungsaufgabe zu belasten. Borkai möchte Győr langfristig als Zentrum von Fremdenverkehr, Kultur und Bildung zu einer Großstadt mit 300.000 Einwohnern entwickeln (die Bevölkerungszahl also mehr als verdoppeln!). Kurzfristig konzentriert sich die Stadt jedoch auf das Europäische Olympische Jugendfestival (EYOF) im Juli, für das der Staat 10 Mrd. Forint an Entwicklungsgeldern gab.

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