Am 10. Mai findet vor dem Europäischen Gerichtshof der Quotenprozess statt, den Ungarn gemeinsam mit der Slowakei angestrebt hat, um die Pflichtquote zur Aufnahme von Flüchtlingen zu verhindern. In den kommenden Wochen werden sowohl die EU-Kommission als auch das Europaparlament Druck auf Ungarn ausüben. Hauptsächlich die liberalen Gruppen beider Gremien möchten erreichen, dass sich Ungarn an der Verteilung nach der Quote beteiligt. Lázár ist der Meinung, in Brüssel werde man in diese Frage alles einfließen lassen, so auch die nationale Konsultation, die Modifizierung des Hochschulgesetzes und die Debatten um die CEU. Die ungarische Regierung habe jedoch ein Problem mit George Soros, was nichts mit der Universität, ihren Studenten oder Dozenten zu tun hat. Dies dürfe man nicht vermengen. Was Soros in Verbindung mit der illegalen Einwanderung in den vergangenen Jahren getan hat, verletze die Interessen der nationalen Sicherheit Ungarns. „Wir können nicht zulassen, dass jemand Einwanderer organisiert an die Grenze und uns in eine Zwangslage bringt. Soros will die Einwanderung organisieren, Ungarn will sie stoppen“, so Lázár. Das neue Hochschulgesetz enge nicht die Autonomie der Universität und die Forschungsfreiheit ein. Mit dem modifizierten Gesetz sollen in der Bildung Chancengleichheit geschaffen und klare Wettbewerbsregeln aufgestellt werden. Lázár erklärte, die Regierung sei bereit, Brüssel, Washington und Berlin Rede und Antwort zu stehen.

Der Haushaltsentwurf 2018 sieht eine weitere Senkung der Staatsschulden sowie ein Defizit von 2,4% vor. Es wird mit einem Wirtschaftswachstum um 4% kalkuliert. Lázár skizzierte drei wichtige Ziele des Budgets im kommenden Jahr: Erhöhung der Beschäftigung, Förderung der Familien und Garantie der Sicherheit.

Lázár rechnet im Übrigen mit der schmutzigsten Wahlkampagne der letzten 30 Jahre für die Parlamentswahlen 2018. Er reagierte damit auf Gerüchte der letzten Tage, wonach die Geheimdienste vor 2010 Material über das Privatleben der damaligen Opposition und jetzigen Regierungsmitglieder gesammelt haben sollen oder Lajos Simicska Informationen gegen Orbán verwenden könnte.

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