In der ersten, geheimen Abstimmung am Vormittag verfehlte der Kandidat von Fidesz-KDNP die Zweidrittelmehrheit. János Áder hätte 133 Stimmen benötigt, also neben den 131 Stimmen der Regierungsparteien nur noch zwei von 68 Stimmen der Opposition. Nachdem sich die Linke praktisch geschlossen hinter den eigenen Kandidaten László Majtényi stellte, hätten unabhängige Abgeordnete oder Jobbik-Politiker für Áder stimmen müssen – die Jobbik wollte weder Áder noch Majtényi, da beide „parteipolitisch belastet“ seien und eine Direktwahl durch das Volk zeitgemäß wäre. So wie die Jobbik in der ersten Runde nahm die DK von Ferenc Gyurcsány nicht mehr an der zweiten Runde teil, als eine einfache Mehrheit reichte. János Áder wiederholte sein Ergebnis von 131 Stimmen, László Majtényi erhielt 39 Stimmen von Seiten der MSZP und ihrer Verbündeten im linken Lager sowie von der grün-alternativen LMP. Damit tritt Áder eine zweite Amtszeit von fünf Jahren an.

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Vor der Abstimmung erhielten beide Kandidaten jeweils 15 Minuten Redezeit. Majtényi kritisierte den Fidesz für das mit Gesetzeskraft gestohlene Ackerland, die „vermasselte“ Schul- und Pressefreiheit und sprach davon, wie wichtig Solidarität in Zeiten egozentrischer Machthaber sei. Als Staatspräsident wolle er sich die Neugier eines Árpád Göncz und die Verfassungsstrenge eines László Sólyom zum Vorbild nehmen, sagte der Universitätsdozent. Ungarn brauche eine Verfassung, die mittels Volksabstimmung bekräftigt wird. Áder bedankte sich bei seinem Vorredner, sich dem demokratischen Wettstreit gestellt zu haben. Dann zählte er auf, welche Versprechen seines Amtsantritts vor fünf Jahren er einzulösen vermochte. So habe er gemeinsam mit Tomislaw Nikolic eine historische Versöhnung zwischen Ungarn und Serbien erreicht. Er sei jederzeit als Fürsprecher der ungarischen Interessen und Werte aufgetreten.

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