Natürlich darf bei so einem Meme-Tsunami die mittlerweile als Garant für Schmunzler geltende Gruppe „Szomszédok forever“ nicht fehlen. Die mit charakteristischen Bildern der einstigen Kult-TV-Sendung „Szomszédok“ (dt.: Nachbarn) arbeitende Meme-Sammlung enttäuschte auch diesmal nicht, war sie doch wieder gewohnt bissig: „Das Volk hat entschieden, dass es ein Referendum will, Viktor Orbán entscheidet daraufhin, dass es keines geben wird.“

Erfolgsmeldungen – komme, was wolle

Von unbekannten Machern, aber nicht weniger treffend, ist die Meme, auf der Premier Viktor Orbán den Rückzug sogar als eigenen Erfolg verkauft. Wirklich lachen mag man darüber fast schon nicht mehr, immerhin ist es nicht so weit von der Wahrheit entfernt, wenn ihm folgende Worte in den Mund gelegt werden: „Meine Damen und Herren, wir haben erneut gesiegt! Gemeinsam mit den Budapester Bürgern haben wir verhindert, dass die Sozialisten gemeinsam mit György Soros uns die Olympiade aufzwingen, die die Ungarn das Schicksal Griechenlands hätte erleiden lassen.“

Ebenfalls immer wieder für einen Lacher gut ist die Seite des Pontius Pilatus, dem lispelnden römischen Kaiser aus dem Film „Das Leben des Brian“. Während Premier Orbán mit trauriger Miene und einem ebensolchen Smiley in den Mund gelegt bekommt „Wir treten von der Olympiade zurück“, ist das Regierungsoberhaupt darunter grinsend zu sehen mit der Aufschrift: „Kein Proplem! Wir hapen auch so schon ein paar Milliarden geklaut!“

Wir dürfen gespannt sein, wie es in Sachen Olympia (und Memes) weitergeht, aber sollte die Satirepartei MKKP recht behalten, bewirbt Ungarn sich einfach für die Winterspiele 2026 – passen ja auch eh viel besser zu Ungarn.

Und jüngste Entwicklungen zeigen, dass die Regierung durchaus willens ist, Ideen der Partei des zweischwänzigen Hundes (MKKP) aufzugreifen. Nachdem diese in einer Kampagne unter anderem für eine Raumstation im Orbán-Ort Felcsút warb, scheint es nun wie ein Scherz, dass im nicht einmal über eine direkte Landstraßenanbindung verfügenden Gyulaháza ein Weltraumzentrum gebaut werden soll. Drei Milliarden Forint sind jetzt, da die Olympiade vom Tisch ist, ja irgendwie auch keine Summe mehr und so erhält das Geburtsdorf des ersten ungarischen Raumfahrers, Bertalan Farkas, nun also ein solches Zentrum.

Dies sei nur am Rande erwähnt, aber langsam scheint es schwierig, noch satirische Übertreibungen zu finden, werden diese doch mittlerweile von der Realität eingeholt und übertrumpft. In diesem Sinne steht dem Griff nach den Sternen in jeglicher Hinsicht nichts mehr im Wege.

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