Auf diesen Hintergrund anspielend bedankte sich Orbán zum Auftakt der Pressekonferenz für das enorme Medieninteresse, das ganz sicher der Stadt Szeged gelte. Ganz ohne Ironie setzte der Ministerpräsident fort, nur selten biete sich Gelegenheit für die Regierung, mit einer von der Opposition geführten Stadt zu verhandeln. Szeged bringe alle Voraussetzungen mit, um ein herausragendes Regionalzentrum zu werden, erklärte Orbán. Der Ministerpräsident wünschte Szeged so viel Erfolg, wie sich die Stadt durch ihre Geschichte verdiene. Im Dreiländereck Ungarn-Serbien-Rumänien sei Szeged zwar nicht die größte, aber doch die schönste Stadt, mit der besten Universität und Wirtschaftssparten von Qualität.

Die in der Kooperationsvereinbarung niedergelegten Projekte werden 50-70 Mrd. Forint kosten, unter denen der vierspurige Ausbau der Landstraße 47 Priorität erlangt, um Szeged über eine Nord-Süd-Tangente mit Debrecen und Miskolc zu verbinden. Die neue Eisenbahn- und Straßenbrücke über die Theiß wird dazu genutzt, um den Vorstadtverkehr Richtung Makó zu entwickeln und die Eisenbahnverbindung ins rumänische Timisoara (Temesvár/Temeswar) wiederzubeleben. Der Flughafen Szeged wird ausgebaut, um weiterhin internationalen Standards zu entsprechen, der Gewerbepark um 200 ha erweitert, in dem als Teil des Laserzentrums ein Technologiepark angelegt wird. Die Innenstadt wird unter besonderer Berücksichtigung des Theiß-Ufers modernisiert; Szeged möchte das Projekt „Smart City“ verwirklichen und als erste Stadt den Nahverkehr vollständig auf Elektrofahrzeuge umstellen.

Botka sprach von 104 Entwicklungsprojekten, die derzeit in seiner Stadt laufen – mit dem Ministerpräsidenten habe er über 19 weitere Investitionen verhandelt. In den vergangenen sieben Jahren profitierte die südungarische Stadt von EU-Geldern im Gesamtvolumen von 1 Mrd. Euro; das sei mehr, als jede andere Stadt in Ungarn erhielt. Die sozialistisch geführte Stadt möchte ihren Hauptplatz, den Széchenyi tér, in den Zustand aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurückversetzen – die Regierung unterstützt dieses Vorhaben.

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