Nein, an ihnen geht kein Weg vorbei. Natürlich haben auch die „Szomszédok forever“ (Verballhornung einer bekannten ungarischen Vorabendserie) etwas zum Thema Olympia zu sagen. Ganz im Sinne Trump´scher „alternativer Fakten“ stellt die Mathelehrerin den lieben Kleinen die folgende Aufgabe: „Wenn von 452 Milliarden Forint Baukosten für die Metro 4 167 Milliarden gestohlen wurden, wie viel wird das dann bei einer 2.000 Milliarden Forint teuren Olympiade?“ Ja, da braucht´s schon mehr als zwei Hände voll Finger. Aber, warum von Kosten reden, wenn es doch um den Glanz und die Glorie eines einzigartigen Sportereignisses geht!

In dieselbe Kerbe schlägt auch die Meme, die an den Film „Wolf of Wall Street“ mit Schauspieler Leonardo DiCaprio angelehnt ist. In großkotzigem Stil und mit dem Habitus des Unverwundbaren stellt die Hauptfigur klar, was viele Spötter schon jetzt hinter vorgehaltener Hand munkeln: „Die Budapester haben keine Lust auf Olympia? – Macht nichts, dann trägt eben Felcsút das Ganze aus!“ Noch lachen Sie, ganz nach dem Motto, was sollte denn ein kleines Dorf wie Felcsút mit einer Olympiade? Selbst wenn dort Premier Viktor Orbán sein Wochenendhaus hat. Und ein Stadion hat bauen lassen, das mehr Besucher fasst, als es Einwohner im Dorf gibt. Und eine Schmalspurbahn.

Zumindest vor einem negativen Referendum müsste sich Premier Orbán in Felcsút nicht fürchten und auch die Reisezeiten würden sich für ihn minimieren. Vielleicht spricht doch mehr für Felcsút als für Budapest. Gönnen wir´s dem kleinen Dorf doch einfach. Nur der Regierungsbeauftragte für regionale Entwicklung um Etyek sowie die Vál- und Szent-László-Täler – kein Scherz, diese Position existiert wirklich! –, Zoltán Tessely, sollte sich dann beeilen, nicht dass das IOC Ungarn doch noch aus der Liste möglicher Kandidaten streicht.


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