Wie auch bei Geschwistern finden sich zwischen dem Costes und dem Costes Downtown – obwohl zu einer Gastrofamilie unter Federführung von Festivalriesen Károly Gerendai gehörig – erhebliche Charakterunterschiede. Das Costes mit seiner gediegen-eleganten Ausstattung und seinem klassischen Service gehört eher der alten Schule an. Als erstes Restaurant in Ungarn und sogar als zweites in ganz Zentraleuropa wurde es bereits 2010 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Das Costes Downtown dagegen bricht mit den üblichen Erwartungen.

Gehoben, aber nicht abgehoben

In diesem Fine-Dining-Lokal erwartet die Gäste eine gelöste Stimmung, modernes Interieur, das durch viele Naturtöne, Holz und sogar eine mit Grün bewachsene Wand bestimmt wird. Gekrönt wird das anregende Design des Lokals von zeitgemäßen Kunstwerken aus der privaten Sammlung Gerendais. Der Service ist, obwohl nicht einen Deut unter den hohen Maßstäben des Costes gelegen, gelöster. Hier kann man auch an einem Wochentag mal ohne Schlips, mit offenem Hemdkragen oder gar ganz ohne Kragen für ein schnelles Geschäftsessen oder ein Dinner mit Freunden hereinspazieren. Es gibt keine Zwänge.

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Als das Costes Downtown im Juni 2015 im Erdgeschoss des neu eingerichteten Prestige-Hotels seine Türen öffnete, suchte man ursprünglich nach einer neuen, geräumigeren Location für das sich noch heute in der Ráday utca befindliche Costes-Restaurant, erklärt András Lexa, Geschäftsführer beider Lokale. Inspiriert von seiner eigenen Vorliebe für gutes Essen entschied sich Besitzer Gerendai jedoch für die Eröffnung eines zweiten Restaurants. Das Konzept aus Fine-Dining und Bistro-Stil, das dem Costes Downtown bis heute eigen ist, ging in kürzester Zeit auf, denn bereits im März 2016 wurde es mit einem der begehrten Michelin-Sterne ausgezeichnet. „Es war damals alles sehr überraschend. Es kam eine E-Mail, dass wir wohl einen Stern erhalten würden. Es war fantastisch. Natürlich mussten wir erst unsere Arbeit beenden, aber abends haben wir dann alle angestoßen“, erinnert sich Geschäftsführer Lexa an dieses für das Lokal entscheidende Ereignis.

Internationale Küche mit regionaler Couleur

Zum raschen Erfolg dürfte wohl auch beigetragen haben, dass Gerendai für die Konzeption der Speisen im Costes Downtown erneut den portugiesischen Starkoch Miguel Rocha Vieira verpflichten konnte. Unter seiner Aufsicht entstand ein Menü, welches internationale Küche mit regionaler Couleur verbindet. Dabei sind viele Klassiker, die unter den fähigen Händen des im Tagesgeschäft von Küchenchef Tiago Sabarigo angeleiteten Küchenteams eine zeitgemäße Aufmachung erhalten. So etwa die Entenbrust auf Preiselbeeren und Rotkraut oder der Wildbraten zu Kürbis verfeinert mit schwarzem Trüffel.

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Uneingeschränkt ist im Costes Downtown vor allem der Genuss der Fischgerichte zu empfehlen: etwa in Form der geräucherten Forellenhappen zu Wurzelgemüse und Kohlrabi oder des kross gebratenen Zanderfilets mit Blumenkohl und Kapern. Die Gerichte im Costes Downtown werden von immer anderen frischen Gemüsen begleitet, gerne greift man auch auf die immer beliebteren „Superfoods“ zurück, zum Beispiel gesunde Getreide wie schwarzer Quinoa, Graupen oder Hirse. Was man auf den Tellern eher selten findet, sind schnelle Kalorienlieferanten wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis. Der Fokus auf eine gesunde und leichte Linie ist im Costes Downtown fester Bestandteil der Küchenphilosophie, versichert Lexa.

Während das Hauptgeschäft des Costes Downtown in den Mittags- und Dinnerangeboten, die mit jeweils zugeschnittenen Menükarten aufwarten, zu finden ist, deckt das Lokal bedingt durch seinen Standort im Prestige-Hotel auch das Frühstück mit ab. Dieses wird zwar hauptsächlich von Hotelgästen wahrgenommen, kann aber auch von externen Gästen besucht werden und bietet neben einem offenen Büfett inklusive ausgewählter Heißgerichte für 6.500 beziehungsweise 8.500 Forint auch zahlreiche Frühstücksklassiker à la carte an.

Gastro-Highlight „Chef's Table“

Für Gastrofanatiker hat das Costes Downtown ein ganz besonderes Angebot in petto: einen Platz am „Chef's Table“ mit direktem Blick auf das Treiben in der offenen Küche. Ursprünglich sah das Konzept des „Chef's Table“ tatsächlich eine improvisierte Sitzgelegenheit mitten in der Küche vor. Hier sollte man aus den vor sich hinköchelnden Töpfen kosten dürfen. Im Costes Downtown sitzt man etwas komfortabler an einer großen, hölzernen Tafel vor der Küche, von wo aus man trotzdem hautnah die Zubereitung des eigenen, vom Chefkoch zusammengestellten Überraschungsmenüs miterleben kann. Da ein solcher Abend einiger Planung bedarf, ist eine Teilnahme am „Chef's Table“ nur auf vorherige Anmeldung möglich.

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Costes Downtown

Budapest,V. Bezirk, Vigyázó Ferenc Street 5

Öffnungszeiten:

Frühstück – 6.30 bis 10.30 Uhr

Mittag – 12 bis 15.30 Uhr

Dinner – 18 bis 23 Uhr

Reservierungen unter +36-1-920-1015 oder reservation@costesdowntown.hu

Weitere Informationen finden Sie unter: www.costesdowntown.hu/en


Preise

Vorspeisen: 3.400 bis 6.500 Forint

Hauptspeisen: 7.300 bis 9.700 Forint

Desserts: 4.500 bis 4.800 Forint

Degustationsmenü mit 4, 5 oder 6 Gängen: 22.000 bis 30.000 Forint

Konversation

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