Die Visegrád-Staaten (V4) verabschiedeten direkt vor dem Beginn des Gipfels in Brüssel eine Gemeinsame Erklärung, in der sie eine neue Migrationspolitik der EU fordern, die allein mit dem vollständigen Schutz der Außengrenzen effizient sein könne. Die EU müsse eng mit der NATO bei der Ausgestaltung einer gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik zusammenarbeiten. Die Ukraine wird im Ratifizierungsprozess des Freihandelsabkommens unterstützt, die Visumfreiheit müsse ohne weiteren Zeitverzug gewährt werden. Die V4 treten darüber hinaus für einen starken und einheitlichen digitalen Markt ein, um Wachstum und Beschäftigung zu fördern.

Langsam setzt sich jener Standpunkt innerhalb der EU durch, wonach Flüchtlingslager außerhalb des Territoriums der EU eingerichtet werden müssten, erklärte Ungarns Premier Viktor Orbán vor dem Gipfel in Brüssel. Diesen Standpunkt vertrete vorerst nicht die Mehrheit, doch habe er das Gefühl, dass sich die Geschehnisse in diese Richtung entwickeln. Ohnehin treffe für die gesamte Migrationskrise zu, dass die früher verwunschenen Meinungen allmählich zum Konsens werden. Früher hätten sich die Staats- und Regierungschefs einzig um die humanitären Aspekte für das Hereinlassen der Migranten gekümmert, doch nunmehr ist der Schutz der EU-Außengrenzen allgemein anerkannt. Zur Zwangsverteilungsquote der Flüchtlinge erklärte Orbán, er werde keinen Zentimeter nachgeben, denn „was Bundeskanzlerin Angela Merkel will, das wollen die Ungarn nicht“.

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