Nein, der Name ist kein Zufall und auch das Layout dürfte dem aufmerksamen Betrachter irgendwie bekannt vorkommen, erinnert es doch auffällig an das der „aus wirtschaftlichen Gründen“ dichtgemachten Népszabadság. Und auch der Name ist eine doppelte Anspielung. Einerseits auf den Namen der geschlossenen oppositionellen Zeitung, andererseits steht die Abkürzung NER für Nemzeti Együttműködési Rendszer, was übersetzt so viel bedeutet wie das „System der Nationalen Zusammenarbeit”. Dies ist seit einigen Jahren der Wahlspruch des Fidesz, aber allen voran Premier Viktor Orbáns und wohl das am häufigsten genutzte Reizwort der Opposition.

NER also. Na gut. Und was gibt es auf der Seite so alles zu sehen? Unter der URL www.n0l.hu (mit einer Null, statt des Buchstaben O) gibt es Artikel zu Wirtschaft, Politik und natürlich Gesellschaft. Wobei sich schon die Schlagzeilen wie Witze lesen: „Soros kauft die Népszabadság”, „Die Regierung wertete Moody´s auf” oder „Szíjjártó übergibt neue No-Go Areas in Dänemark” lassen klar erkennen, wessen Geistes Kind die Homepage ist.

Natürlich muss eine marktbasierte Nachrichtenseite auch Werbeanzeigen haben, wo kämen sonst die Einnahmen her. Auch auf der www.n0l.hu gibt es deswegen Werbebanner, beispielsweise zum Agrarbestseller des zuständigen Fachministers Sándor Fazekas „50 shades of Graurinder” (in freier Übersetzung) oder das Banner der Regierungspartei: „Ungarn hat uns verdient” oder „Die Regierung der 98 Prozent”.

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