Die V4 müssen aktiver als bisher im Beschleunigungsprozess agieren, betonte Szijjártó. Zu seinen Vorschlägen gehört, dass die EU noch in diesem Jahr drei Kapitel bei den Beitrittsverhandlungen mit Serbien eröffnet, und zwar hinsichtlich Bildung, Forschung und Entwicklung sowie öffentlichen Vergabeverfahren. Im Falle von Albanien sollte der Beginn der Beitrittsverhandlungen nicht bis 2018, d. h. bis zum nächsten Bericht der EU-Kommission hinausgezögert, sondern sofort in Angriff genommen werden. Zudem sollte Griechenland dazu bewegt werden, nicht weiter von seinem Vetorecht Gebrauch zu machen und damit den Beginn des Beitrittsprozesses von Mazedonien zu blockieren. Szijjártó zufolge habe sich eine merkwürdige Lage in Europa entwickelt: Die mitteleuropäischen Länder treten für die EU-Erweiterung ein, während sich in Westeuropa „Erweiterungsmüdigkeit breitmacht“ und die zweitstärkste Wirtschaft des Kontinents gerade die EU verlässt.Die V4 geben sich hinsichtlich der Meldungen aus Westeuropa besorgt, Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe erst kürzlich verkündet, in den kommenden fünf Jahren gibt es keine Erweiterung. Damit sind die V4 nicht einverstanden. Den Integrationsprozess zu verlangsamen, berge Sicherheits- und Wirtschaftsrisiken in sich, meinte Szijjártó. Die Flüchtlingskrise auf dem Westbalkan könne keineswegs von der Tagesordnung gestrichen werden. Hier geht es nicht allein um die Vereinbarung EU-Türkei, sondern genauso um die Entscheidung der Westbalkan-Länder. Im grundlegenden Interesse Europas muss es liegen, dass die Westbalkan-Länder weiterhin ihre Grenzen im Falle einer neuerlichen Einwanderungswelle schützen. Miroslav Lajcák, Außenminister der Slowakei, verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass es gelingen möge, beim nächsten EU-Gipfel am 15.-16. Dezember zu einem Konsens zu gelangen. Die Slowakei empfiehlt, dass jedes einzelne EU-Mitgliedsland an der Einwanderungsregelung gleichrangig mitarbeiten soll.

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